Körpererinnerungen – Wenn verschiedene Anteile verschiedene Erinnerungen haben

Bei DIS ist nicht nur das bewusste Gedächtnis fragmentiert – auch der Körper erinnert sich. Und verschiedene Anteile tragen verschiedene Körpererinnerungen. Ein Anteil fühlt Schmerz, den ein anderer nicht spürt. Ein Anteil trägt die körperliche Erinnerung an Gewalt, während ein anderer davon völlig getrennt ist. 

Was sind Körpererinnerungen?

Körpererinnerungen sind sensorische und physische Erinnerungen an traumatische Ereignisse, die im Körper gespeichert sind – oft ohne bewusste kognitive Erinnerung.

Wie Körpererinnerungen entstehen:

Bei Trauma wird das Ereignis nicht nur im bewussten Gedächtnis gespeichert. Der Körper speichert:
  • Schmerz
  • Berührungen
  • Körperpositionen
  • Muskelanspannung
  • Atmung
  • Temperatur
  • Gerüche, Geschmäcker
Diese Informationen werden im impliziten Gedächtnis gespeichert – einem Gedächtnissystem, das unbewusst arbeitet. Das bedeutet: Man kann sich körperlich an etwas erinnern, ohne sich gedanklich daran zu erinnern.

Beispiel: Maria hat keine bewusste Erinnerung an den Missbrauch. Aber wenn sie auf dem Rücken liegt, bekommt sie plötzlich Panik. Ihr Körper erinnert sich – an die Position, in der der Missbrauch stattfand. Auch wenn ihr Verstand es nicht weiß.


Körpererinnerungen bei DIS: Die Fragmentierung

Bei DIS sind Körpererinnerungen fragmentiert – verschiedene Anteile tragen verschiedene körperliche Erinnerungen.

Während des Traumas:

Das Kind dissoziiert. Ein Anteil „übernimmt" das Trauma – erlebt den Schmerz, die Berührung, die Gewalt. Ein anderer Anteil ist „weg" – nimmt nichts davon wahr.
Ergebnis: Der traumatragende Anteil speichert die Körpererinnerung. Der andere Anteil nicht.

Jahrzehnte später:

Der traumatragende Anteil hat die Körpererinnerung – fühlt den Schmerz, die Anspannung, die Übelkeit. Der Alltags-Anteil hat sie nicht – fühlt nichts davon.

Beispiel: Lisa hat DIS. Sie hat zwei Hauptanteile: Lisa (Alltags-Anteil): Keine bewusste Erinnerung an Missbrauch und Emma (traumatragender Anteil): Trägt die Erinnerung an sexuellen Missbrauch
Was Lisa erlebt: Wenn Lisa vorne ist: Ihr Körper fühlt sich normal an. Kein Schmerz. Keine Übelkeit. Alles gut. Wenn Emma nach vorne kommt: Plötzlich – unerträgliche Schmerzen im Unterleib. Übelkeit. Ekel. Ein Würgegefühl im Hals. Lisa ist verwirrt: „Ich war gerade noch gesund. Warum tut plötzlich alles weh?"
Die Antwort: Emma trägt die Körpererinnerung an den Missbrauch. Wenn sie vorne ist, ist die Körpererinnerung aktiv.


Wie sich Körpererinnerungen bei verschiedenen Anteilen zeigen können

1. Anteilsspezifischer Schmerz

Ein Anteil hat chronische Schmerzen. Ein anderer Anteil – im selben Körper – fühlt keinen Schmerz.
Beispiele:

Kopfschmerzen:
  • Anteil A ist vorne: Starke Migräne
  • Switch zu Anteil B: Kopfschmerzen verschwinden sofort
Rückenschmerzen:
  • Traumatragender Anteil: Unerträglicher Rückenschmerz (Erinnerung an Schläge auf den Rücken)
  • Alltags-Anteil: Kein Rückenschmerz
Unterleibsschmerzen:
  • Anteil, der sexuellen Missbrauch trägt: Chronische Unterleibsschmerzen
  • Andere Anteile: Schmerzfrei

Erfahrungsbericht: „Ich ging zum Arzt wegen chronischer Bauchschmerzen. Der Arzt untersuchte mich – fand nichts. Ich kam eine Woche später wieder – die Schmerzen waren weg. Der Arzt war verwirrt. Ich auch. Heute weiß ich: Ein traumatragender Anteil war beim ersten Termin vorne. Er trägt die Körpererinnerung an Gewalt gegen meinen Bauch. Beim zweiten Termin war ein anderer Anteil vorne – der diese Erinnerung nicht hat."

2. Anteilsspezifische Körperwahrnehmung

Verschiedene Anteile erleben den Körper unterschiedlich.
Beispiele:

Körpergröße:
  • Ein erwachsener Anteil fühlt sich 1,70 m groß (tatsächliche Größe)
  • Ein Kind-Anteil fühlt sich winzig – wie ein kleines Kind
Geschlecht:
  • Ein weiblicher Anteil erlebt den Körper als weiblich
  • Ein männlicher Anteil (im weiblichen Körper) erlebt Dysphorie – der Körper fühlt sich falsch an
Alter:
  • Ein 30-jähriger Anteil fühlt den Körper als jung und kräftig
  • Ein Anteil, der auf ein traumatisches Alter fixiert ist (z.B. 14), fühlt den Körper als Teenager-Körper
Stärke:
  • Ein Beschützer-Anteil fühlt sich stark, muskulös, mächtig
  • Ein traumatragender Anteil fühlt sich schwach, hilflos, klein

3. Flashback-Schmerzen

Plötzlicher, intensiver Schmerz – ohne medizinische Ursache. Es ist die Körpererinnerung an Gewalt.
Beispiele:

Würgen im Hals:
  • Plötzliches Gefühl, zu ersticken 
  • Körpererinnerung an Strangulation oder oralen Missbrauch.
Brennen auf der Haut:
  • Gefühl, als würde die Haut brennen 
  • Körpererinnerung an Verbrennungen oder Zigaretten auf der Haut.
Knochenbruch-Schmerz: 
  • Intensiver Schmerz im Arm oder Bein 
  • Körpererinnerung an Knochenbrüche durch Gewalt.
Erfahrungsbericht: „Ich saß im Café. Plötzlich – stechender Schmerz im Handgelenk. So intensiv, dass ich aufschrie. Ich dachte, ich habe mir etwas gebrochen. Eine Minute später: Schmerz weg. Komplett. Als wäre nichts gewesen. Später in der Therapie: Ein traumatragender Anteil kam nach vorne. Er erinnerte sich – der Täter hatte mein Handgelenk verdreht, bis es brach. Die Körpererinnerung war durchgebrochen."

4. Somatische Symptome ohne medizinische Ursache

Körperliche Symptome, für die Ärzte keine Erklärung finden.
Beispiele:
Chronische Übelkeit:
  • Ein Anteil, der oralen Missbrauch erlebt hat, hat ständige Übelkeit
  • Ärzte finden keine organische Ursache
Lähmungserscheinungen:
  • Ein Arm oder Bein lässt sich nicht bewegen
  • Neurologische Untersuchungen sind unauffällig
  • Es ist eine Körpererinnerung an Freeze-Reaktion während des Traumas
Blindheit oder Taubheit:
  • In seltenen Fällen: Ein Anteil kann nicht sehen oder hören
  • Körpererinnerung: „Ich wollte das nicht sehen/hören"
Atemnot:
  • Gefühl, nicht atmen zu können
  • Körpererinnerung an Erstickung, Panik
Erfahrungsbericht: „Ich war bei zehn Ärzten. Chronische Übelkeit, seit Jahren. Alle Tests negativ. Keine Diagnose. Dann, in Trauma-Therapie: Ein Anteil kam nach vorne. Er erzählte von oralem Missbrauch. Plötzlich ergab die Übelkeit Sinn. Es war keine Krankheit – es war eine Körpererinnerung."

5. Anteilsspezifische Verletzungen und Narben

Manche Menschen mit DIS berichten: Ein Anteil fühlt Narben, die ein anderer nicht fühlt.

Beispiel: Ein traumatragender Anteil fühlt Schmerz an einer Stelle, wo der Täter geschlagen hat – auch wenn dort keine sichtbare Narbe ist. Der Körper erinnert sich an die Verletzung. Oder umgekehrt: Eine tatsächliche Narbe (von Selbstverletzung oder Unfall) – ein Anteil fühlt sie, ein anderer nicht.

6. Unterschiedliche Schmerztoleranz

Verschiedene Anteile haben unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit.
Beispiele:

Hohe Schmerztoleranz:

  • Ein Beschützer-Anteil spürt Schmerz kaum – weil er während des Traumas dissoziiert hat, um Schmerz nicht zu fühlen
  • Selbstverletzung passiert ohne Schmerzempfinden

Niedrige Schmerztoleranz:

  • Ein Alltags-Anteil spürt Schmerz normal oder sogar verstärkt
  • Ein traumatragender Anteil ist hypersensibel für Schmerz

Beispiel: Maria schneidet sich beim Kochen. Anteil A ist vorne – fühlt kaum Schmerz. „Ist nicht schlimm." Switch zu Anteil B – plötzlich starke Schmerzen. „Es tut so weh!" - Derselbe Schnitt. Verschiedene Schmerzwahrnehmungen.


Warum Körpererinnerungen bei DIS so komplex sind

1. Dissoziative Barrieren

Körpererinnerungen sind – wie andere Erinnerungen – durch dissoziative Barrieren getrennt.
Ein Anteil hat Zugang zur Körpererinnerung. Ein anderer nicht.

2. Implizites Gedächtnis

Körpererinnerungen sind im impliziten Gedächtnis gespeichert – einem Gedächtnissystem, das unbewusst arbeitet und schwer zugänglich ist.
Das bedeutet: Selbst wenn ein Anteil bewusst weiß: „Ich wurde missbraucht" – die Körpererinnerung kann trotzdem abgespalten sein.

3. Entwicklungspsychologische Faktoren

Trauma in der frühen Kindheit geschieht, bevor das explizite Gedächtnis voll entwickelt ist.
Ergebnis: Es gibt Körpererinnerungen an Ereignisse, für die es keine bewussten, narrativen Erinnerungen gibt. „Mein Körper erinnert sich an etwas, das mein Verstand nie gewusst hat."

4. Verschiedene Anteile, verschiedene Trauma-Expositionen

Manche Anteile waren bei bestimmten traumatischen Ereignissen „da" – andere nicht.
Beispiel:
  • Anteil A erlebte den Missbrauch durch Vater
  • Anteil B erlebte den Missbrauch durch Onkel
  • Anteil C erlebte keinen Missbrauch
Jeder Anteil trägt unterschiedliche Körpererinnerungen.



Der Umgang mit Körpererinnerungen

1. Erkennen, dass es Körpererinnerungen sind

Der erste Schritt: Verstehen: „Das ist nicht aktueller Schmerz. Das ist eine Erinnerung."
Konkrete Unterscheidung:

Aktueller Schmerz:
  • Hat eine klare Ursache
  • Verschlimmert sich bei Bewegung oder Belastung
  • Ärzte finden etwas
Körpererinnerung:
  • Kommt plötzlich, ohne Ursache
  • Verschwindet manchmal genauso plötzlich
  • Ärzte finden nichts
  • Oft verbunden mit Flashbacks, Angst, Dissoziation

Übung: Das Körpererinnerungs-Tagebuch

Wenn Schmerz auftritt: 
  • Datum
  • Welcher Anteil?
  • Wo tut es weh?
  • Wie fühlt es sich an?
  • Gibt es Trigger?
  • Medizinische Ursache?
Mit der Zeit: Muster werden sichtbar. „Dieser Schmerz kommt immer, wenn dieser Anteil vorne ist."


2. Grounding – Zurück in die Gegenwart

Körpererinnerungen ziehen in die Vergangenheit. Grounding bringt zurück ins Hier und Jetzt.

Konkrete Techniken:

5-4-3-2-1-Methode:

  • 5 Dinge sehen
  • 4 Dinge hören
  • 3 Dinge berühren
  • 2 Dinge riechen
  • 1 Ding schmecken

Verbale Orientierung:

„Ich bin [Name]. Ich bin [Alter] Jahre alt. Ich bin in [Ort]. Es ist [Jahr]. Ich bin sicher."

Körperliches Grounding:

  • Füße fest auf den Boden
  • Einen Gegenstand in der Hand halten
  • Kaltes Wasser über die Hände

3. Mit den Anteilen kommunizieren

Der Anteil, der die Körpererinnerung trägt, braucht Verständnis und Unterstützung.

Innerer Dialog:

„Ich weiß, dass du Schmerzen hast. Ich weiß, dass du dich an etwas erinnerst. Es tut mir leid, dass das passiert ist. Aber: Wir sind jetzt sicher. Das geschieht nicht mehr. Der Schmerz ist eine Erinnerung – keine aktuelle Verletzung."

Beispiel: Tom hat plötzlich Schmerzen im Rücken. Er weiß: Ein traumatragender Anteil ist präsent.
Tom (innerlich): „Ich weiß, dass du dich erinnerst. Der Täter hat dich geschlagen. Es war real. Aber: Das ist vorbei. Wir sind jetzt erwachsen. Wir sind sicher. Niemand schlägt uns."
Mit der Zeit: Der Schmerz lässt nach.

4. Dem Körper neue Erfahrungen anbieten

Der Körper braucht neue, sichere Erfahrungen – um zu lernen: „Berührung kann sicher sein. Der Körper kann entspannt sein."
Konkrete Ansätze:

Sichere Berührung:

  • Massage (bei vertrauenswürdiger Person oder Therapeut)
  • Selbstberührung (sich selbst umarmen, streicheln)
  • Haustiere (Hund, Katze streicheln)

Bewegung:

  • Yoga (trauma-sensitiv)
  • Tanzen
  • Spazierengehen
  • Schwimmen

Körperarbeit in der Therapie:

  • Somatic Experiencing
  • Sensomotorische Psychotherapie
  • Körper-Psychotherapie

5. Trauma-Verarbeitung (therapeutisch begleitet)

Körpererinnerungen bleiben, solange das Trauma unverarbeitet ist.

EMDR

Verarbeitet traumatische Erinnerungen – auch Körpererinnerungen.

Somatic Experiencing:

Fokussiert auf Körperempfindungen. Hilft, eingefrorene Energie zu lösen.

Sensomotorische Psychotherapie:

Integriert Körper und Psyche. Verarbeitet Trauma auf körperlicher Ebene.

Wichtig: Erst Stabilisierung, dann Trauma-Verarbeitung. Wenn das System zu instabil ist, kann Körperarbeit retraumatisieren.

6. Schmerz-Management (wenn nötig)

Manche Körpererinnerungen sind so intensiv, dass Schmerz-Management nötig ist – zumindest vorübergehend.

Optionen:

Nicht-medikamentös:

  • Wärme oder Kälte
  • Entspannungstechniken
  • Atemübungen
  • Ablenkung (aber nicht als Dauerlösung)

Medikamentös (mit ärztlicher Begleitung):

  • Schmerzmittel (kurzfristig)
  • In manchen Fällen: Medikamente, die bei chronischen Schmerzen helfen
Wichtig: Schmerzmittel behandeln nicht die Ursache (die Körpererinnerung) – nur das Symptom. Langfristig: Trauma-Verarbeitung ist nötig.


Besondere Herausforderungen

1. Ärzte verstehen oft nicht

Das Problem: Ärzte finden keine organische Ursache. Manche sagen: „Das ist psychosomatisch" – im abwertenden Ton. Doch die Körpererinnerungen sind real. Der Schmerz ist real. Auch wenn er keine organische Ursache hat.

Was helfen kann:
  • Einen trauma-informierten Arzt finden
  • Erklären: „Ich habe PTBS / DIS. Manche meiner Schmerzen sind Körpererinnerungen."
  • Trotzdem organische Ursachen ausschließen lassen (manchmal ist es doch etwas Medizinisches)

2. Verschiedene Anteile wollen unterschiedliche Behandlungen

Das Problem: Anteil A will den Schmerz behandeln. Anteil B (der traumatragende Anteil) will den Schmerz behalten – weil er Teil seiner Identität ist.

Beispiel: Ein traumatragender Anteil sagt: „Der Schmerz ist mein. Er erinnert daran, was passiert ist. Wenn der Schmerz weg ist, bin ich weg."

Was helfen kann:

Mit dem Anteil sprechen:

„Ich verstehe, dass der Schmerz wichtig für dich ist. Aber: Du bist mehr als der Schmerz. Du wirst nicht verschwinden, wenn der Schmerz weniger wird. Wir erinnern uns an das Trauma – auch ohne den Schmerz." - Langsam vorgehen: Nicht sofort versuchen, den Schmerz komplett zu beseitigen. Sondern: Schritt für Schritt reduzieren.

3. Körpererinnerungen bei Switches

Das Problem: Ein Switch kann plötzlich intensive Körpererinnerungen aktivieren.

Beispiel: Lisa (Alltags-Anteil) ist vorne. Sie fühlt sich gut. Switch zu Emma (traumatragend). Plötzlich: Übelkeit, Schmerz, Panik.

Was helfen kann:
  • Vorbereitung: Wenn möglich: Anteile warnen. „Ich weiß, dass du gleich kommst. Ich weiß, dass du Schmerzen hast. Ich bin hier. Wir sind sicher."
  • Ko-Bewusstsein: Wenn andere Anteile ko-bewusst bleiben können, ist der Switch weniger überwältigend.
  • Grounding sofort: Nach einem Switch: Sofort grounding. Zurück ins Hier und Jetzt.

4. Körpererinnerungen in intimen Situationen

Das Problem: Berührung – selbst sichere, gewollte Berührung – kann Körpererinnerungen triggern.

Beispiel: Anna ist in einer Beziehung. Ihr Partner berührt sie liebevoll. Plötzlich – Panik. Übelkeit. Flashback. Die Berührung hat eine Körpererinnerung an Missbrauch getriggert.

Was helfen kann:
  • Kommunikation mit dem Partner: „Manchmal triggern Berührungen Erinnerungen. Das hat nichts mit dir zu tun. Ich brauche dann Raum."
  • Langsam vorgehen: Nicht überstürzen. Berührung langsam wieder als sicher erleben.
  • Stopp-Signal: Ein Wort oder Geste, die sofort signalisiert: „Stopp. Ich brauche eine Pause."
  • Therapie: Sexualtherapie oder Paartherapie mit einem trauma-informierten Therapeuten.


Erfolgsgeschichten

Person 1:

„Ich hatte jahrelang chronische Unterleibsschmerzen. Kein Arzt konnte helfen. In Trauma-Therapie erkannte ich: Das war eine Körpererinnerung an Missbrauch.
Wir haben mit EMDR gearbeitet. Das Trauma verarbeitet. Nach einem Jahr: Die Schmerzen sind zu 80% weg. Sie kommen manchmal noch – aber sie überwältigen mich nicht mehr."

Person 2:

„Ein Anteil in meinem System hatte ständig Kopfschmerzen. Migräne, jeden Tag. Ich fand heraus: Der Täter hatte ihn gegen den Kopf geschlagen.
In der Therapie: Wir haben mit diesem Anteil gesprochen. Ihm erklärt: ‚Das ist vorbei. Du bist sicher.' Langsam – über Monate – wurden die Kopfschmerzen weniger."

Person 3:

„Ich hatte Körpererinnerungen, die mich lähmten. Wörtlich. Mein Arm ließ sich nicht bewegen. Neurologen fanden nichts. Somatic Experiencing half. Wir arbeiteten mit der Freeze-Reaktion. Der Körper durfte sich lösen. Heute: Der Arm funktioniert wieder."



Körpererinnerungen können verarbeitet werden. 
Mit Zeit, Therapie, Geduld – der Körper kann lernen:
 „Das ist vorbei. Ich bin jetzt sicher."
Der Körper erinnert sich.
 Aber er kann auch heilen.


zum Arbeitsblatt "Körpererinnerungen bei DIS verstehen"

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