Arbeitsblatt "Innere Loyalität zum Vater verstehen"

Viele Menschen mit DIS erleben eine starke innere Loyalität gegenüber ihrem Vater, selbst wenn dieser verletzt hat, nicht geschützt hat oder emotional nicht verfügbar war.
Diese Loyalität entsteht häufig in der Kindheit. Für ein Kind kann es überlebenswichtig sein, an den Eltern festzuhalten – selbst dann, wenn diese nicht sicher sind.

Dieses Arbeitsblatt hilft zu verstehen, woher diese Loyalität kommt und welche Rolle sie heute im System spielt.

1. Spüre ich Loyalität gegenüber meinem Vater?

Welche Aussagen treffen auf mich zu?
☐ Ich verteidige meinen Vater vor anderen Menschen
☐ Es fällt mir schwer, etwas Negatives über ihn zu sagen
☐ Ich relativiere sein Verhalten („Er hatte es selbst schwer“)
☐ Ich fühle mich schuldig, wenn ich Abstand nehme
☐ Ich habe Angst, ihn zu verletzen
☐ Ich fühle mich verantwortlich für sein Wohlbefinden
☐ Ich habe Angst, ihn zu verlieren
Eigene Beobachtungen:
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2. Welche Gedanken halten diese Loyalität aufrecht?
Welche Sätze tauchen in mir auf?
☐ „Er hat sein Bestes getan.“
☐ „Er wusste es nicht besser.“
☐ „Er hatte selbst eine schwere Kindheit.“
☐ „Ich darf ihn nicht im Stich lassen.“
☐ „Er ist trotzdem mein Vater.“
Welche Gedanken kenne ich noch?
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3. Welche Anteile tragen diese Loyalität?
Bei DIS können verschiedene Anteile diese Loyalität tragen.
Loyale Anteile
Was glauben diese Anteile?
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Was befürchten sie, wenn Kritik am Vater zugelassen wird?
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Kind-Anteile

Warum möchten sie den Vater schützen oder idealisieren?
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Fürsorgliche Anteile
Wie versuchen sie, sich um den Vater zu kümmern?
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4. Woher kommt diese Loyalität?
Mögliche Gründe können sein:
☐ Angst vor Strafe
☐ Angst, die Familie zu zerstören
☐ Angst, den Vater emotional zu verletzen
☐ Wunsch nach Anerkennung oder Liebe
☐ früh übernommene Verantwortung
Welche Gründe passen zu meiner Situation?
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5. Welche Botschaften hat mein Vater vermittelt?
Manchmal entsteht Loyalität durch bestimmte Botschaften.
Beispiele:
„Du darfst niemandem etwas erzählen.“
„Du zerstörst die Familie, wenn du darüber sprichst.“
„Du bist schuld.“
Welche Botschaften habe ich gehört oder gespürt?

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6. Welche Kosten hat diese Loyalität heute?

Eine Loyalität, die früher Schutz gegeben hat, kann heute belastend sein.
Welche Auswirkungen spüre ich?
☐ Zweifel an der eigenen Wahrnehmung
☐ unterdrückte Gefühle
☐ Kontakt trotz Belastung
☐ Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen
Eigene Beobachtungen:
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7. Eine neue Perspektive entwickeln

Manchmal entsteht ein Konflikt zwischen zwei Formen von Loyalität:
Loyalität zum Vater
Loyalität zu sich selbst
Ein möglicher Gedanke kann sein:
„Ich darf meine eigenen Erfahrungen ernst nehmen.“
Welche Gedanken könnten helfen, mehr Balance zu finden?
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8. Mit loyalen Anteilen sprechen
Ein erwachsener Anteil kann loyalen Anteilen erklären:
  • „Ich verstehe, dass du Papa schützen willst. Das hat uns früher geholfen zu überleben.“
  • „Heute sind wir erwachsen. Heute müssen wir zuerst uns selbst schützen.“
Welche Worte könnten diesen Anteilen helfen?
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Abschlussreflexion
Welche Form von Loyalität möchte ich heute leben?
☐ blinde Loyalität
☐ Loyalität mit Grenzen
☐ Loyalität zu mir selbst
Meine Gedanken dazu:
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Dieses Arbeitsblatt soll helfen zu erkennen, wann Loyalität eine freie Entscheidung ist – und wann sie aus alten Überlebensstrategien entsteht.


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