Neurodivergente Alltagsmuster, die ein DIS-System destabilisieren können
Wenn eine DIS mit Neurodivergenz zusammen auftritt, wirken zwei Ebenen gleichzeitig:
Die folgenden Alltagsmuster zeigen typische Situationen – mit klarem Bezug zur Neurodivergenz und ihren Auswirkungen auf das gesamte System.
Typische Muster: Ein leistungsorientierter Anteil arbeitet weiter, obwohl Reiz- und Energiereserven bereits aufgebraucht sind.
Folgen für das System: Starke Energieschwankungen zwischen Anteilen, Wechsel zu erschöpften oder kindlichen Zuständen, instabile Folgetage.
Typische Muster: Soziale Termine oder Aufgaben werden trotz sensorischer Überlastung wahrgenommen.
Folgen für das System: Schutzanteile müssen stärker eingreifen, innere Spannungen steigen, längere Erholungsphasen werden notwendig.
Typische Muster: Lange To-do-Listen ohne Pufferzeiten, feste Zeitpläne ohne Anpassungsmöglichkeit.
Folgen für das System: Blockaden, Frustration zwischen Anteilen, instabile Tagesverläufe.
Typische Muster: Unregelmäßige Schlafzeiten, spontane Tagesgestaltung ohne feste Abläufe.
Folgen für das System: Desorientierung, häufige Zustandswechsel, geringere Belastbarkeit.
Typische Muster: Dauerhafte Geräusche, visuell überladene Räume, keine Rückzugsmöglichkeiten.
Folgen für das System: Daueranspannung, Aktivierung von Schutzanteilen, instabile Alltagszustände.
Typische Muster: Tage werden nach Produktivität bewertet, nicht nach innerer Stabilität.
Folgen für das System: Innerer Druck durch leistungsorientierte Anteile, Übergehen empfindsamer Anteile, instabile Wochenverläufe.
Typische Muster: Unterschiedliche Bedürfnisse werden als Schwäche bewertet.
Folgen für das System: Verstärkte Konflikte, Aktivierung kritischer Anteile, geringere Kooperation.
Typische Muster: Komplexe Aufgaben trotz reizüberlastetem oder kindlichem Anteil.
Folgen für das System: Überforderung, häufige Wechsel, sinkende Funktionsfähigkeit.
Typische Muster: Mehrere Termine an einem Tag, lange Gespräche ohne Pausen.
Folgen für das System: Überaktivierung angepasster Anteile, Rückzug oder Zusammenbruch danach.
Typische Muster: Spontane Planänderungen, kurzfristige Termine.
Folgen für das System: Aktivierung von Alarmanteilen, Desorientierung, Verlust von Sicherheit.
Typische Muster: Mahlzeiten auslassen, zu wenig trinken, unregelmäßiger Schlaf.
Folgen für das System: Höhere Reizempfindlichkeit, mehr Konflikte zwischen Anteilen, sinkende Belastbarkeit.
Typische Muster: Mehrere Lebensbereiche gleichzeitig umstellen.
Folgen für das System: Überforderung, chaotische Zustandswechsel, Verlust innerer Struktur.
Typische Muster: Herzklopfen oder Unruhe werden ignoriert.
Folgen für das System: Plötzliche Übernahme durch Schutzanteile, instabile Zustände.
Typische Muster: Pause erst bei völliger Erschöpfung.
Folgen für das System: Extreme Energieabfälle, Wechsel zu passiven Anteilen, instabile Wochenverläufe.
Typische Muster: Viele offene Projekte, ständiger Aufgabenwechsel.
Folgen für das System: Kognitive Überlastung, innere Unruhe, Konflikte zwischen Anteilen.
Typische Muster: Termine zusagen trotz Überlastung, sich an fremde Rhythmen anpassen.
Folgen für das System: Aktivierung von Schutzanteilen, Verlust innerer Stabilität, steigende Spannungen.
Typische Muster: Termin direkt nach Termin ohne Pause.
Folgen für das System: Steigende Anspannung, mehr Wechsel, sinkende Belastbarkeit.
Typische Muster: Nach belastenden Terminen direkt weiterarbeiten.
Folgen für das System: Späte emotionale Einbrüche, instabile Folgetage, innere Spannungen.
Typische Muster: Ständiges Grübeln über Zustände und Anteile.
Folgen für das System: Mentale Erschöpfung, Aktivierung kritischer Anteile, weniger Stabilität.
Typische Muster: Täglich dieselben Ziele trotz unterschiedlicher Zustände.
Folgen für das System: Innerer Druck, Konflikte zwischen Anteilen, instabile Zustandsverläufe.
- die traumabedingte Aufspaltung in Anteile
- ein Nervensystem, das Reize, Energie und Anforderungen anders verarbeitet
Die folgenden Alltagsmuster zeigen typische Situationen – mit klarem Bezug zur Neurodivergenz und ihren Auswirkungen auf das gesamte System.
Funktionieren über die eigene Energie hinaus
Problem: Neurodivergente Nervensysteme haben oft schwankende oder begrenzte Energie.Typische Muster: Ein leistungsorientierter Anteil arbeitet weiter, obwohl Reiz- und Energiereserven bereits aufgebraucht sind.
Folgen für das System: Starke Energieschwankungen zwischen Anteilen, Wechsel zu erschöpften oder kindlichen Zuständen, instabile Folgetage.
Rückzugsbedürfnis wird übergangen
Problem: Neurodivergente Anteile brauchen oft mehr Reizschutz und Ruhezeiten.Typische Muster: Soziale Termine oder Aufgaben werden trotz sensorischer Überlastung wahrgenommen.
Folgen für das System: Schutzanteile müssen stärker eingreifen, innere Spannungen steigen, längere Erholungsphasen werden notwendig.
Zu dichte oder starre Tagespläne
Problem: Neurodivergente Systeme reagieren empfindlich auf Überforderung und starre Strukturen.Typische Muster: Lange To-do-Listen ohne Pufferzeiten, feste Zeitpläne ohne Anpassungsmöglichkeit.
Folgen für das System: Blockaden, Frustration zwischen Anteilen, instabile Tagesverläufe.
Fehlende Orientierung im Tagesablauf
Problem: Viele neurodivergente Nervensysteme brauchen klare, wiederkehrende Strukturen.Typische Muster: Unregelmäßige Schlafzeiten, spontane Tagesgestaltung ohne feste Abläufe.
Folgen für das System: Desorientierung, häufige Zustandswechsel, geringere Belastbarkeit.
Dauerhaft reizintensive Umgebung
Problem: Neurodivergente Nervensysteme sind oft reizoffener und filtern Reize schlechter.Typische Muster: Dauerhafte Geräusche, visuell überladene Räume, keine Rückzugsmöglichkeiten.
Folgen für das System: Daueranspannung, Aktivierung von Schutzanteilen, instabile Alltagszustände.
Stabilität wird an Leistung gemessen
Problem: Neurodivergente Systeme haben oft schwankende Leistungsfähigkeit.Typische Muster: Tage werden nach Produktivität bewertet, nicht nach innerer Stabilität.
Folgen für das System: Innerer Druck durch leistungsorientierte Anteile, Übergehen empfindsamer Anteile, instabile Wochenverläufe.
Innere Widersprüche werden als persönliches Versagen gedeutet
Problem: Neurodivergente Funktionsweisen unterscheiden sich oft stark voneinander.Typische Muster: Unterschiedliche Bedürfnisse werden als Schwäche bewertet.
Folgen für das System: Verstärkte Konflikte, Aktivierung kritischer Anteile, geringere Kooperation.
Zustandswechsel werden nicht berücksichtigt
Problem: Neurodivergente Zustände können sich schnell verändern.Typische Muster: Komplexe Aufgaben trotz reizüberlastetem oder kindlichem Anteil.
Folgen für das System: Überforderung, häufige Wechsel, sinkende Funktionsfähigkeit.
Zu viele soziale Anforderungen
Problem: Soziale Situationen sind für viele neurodivergente Anteile besonders anstrengend.Typische Muster: Mehrere Termine an einem Tag, lange Gespräche ohne Pausen.
Folgen für das System: Überaktivierung angepasster Anteile, Rückzug oder Zusammenbruch danach.
Veränderungen ohne Vorbereitung
Problem: Neurodivergente Nervensysteme reagieren empfindlich auf unerwartete Veränderungen.Typische Muster: Spontane Planänderungen, kurzfristige Termine.
Folgen für das System: Aktivierung von Alarmanteilen, Desorientierung, Verlust von Sicherheit.
Körperliche Bedürfnisse werden vernachlässigt
Problem: Neurodivergente Systeme reagieren besonders sensibel auf körperliche Dysbalancen.Typische Muster: Mahlzeiten auslassen, zu wenig trinken, unregelmäßiger Schlaf.
Folgen für das System: Höhere Reizempfindlichkeit, mehr Konflikte zwischen Anteilen, sinkende Belastbarkeit.
Zu viele Veränderungen gleichzeitig
Problem: Neurodivergente Nervensysteme verarbeiten Veränderungen oft langsamer oder intensiver.Typische Muster: Mehrere Lebensbereiche gleichzeitig umstellen.
Folgen für das System: Überforderung, chaotische Zustandswechsel, Verlust innerer Struktur.
Warnsignale des Körpers übergehen
Problem: Neurodivergente Systeme zeigen Stress oft körperlich statt emotional.Typische Muster: Herzklopfen oder Unruhe werden ignoriert.
Folgen für das System: Plötzliche Übernahme durch Schutzanteile, instabile Zustände.
Pausen erst nach Zusammenbruch machen
Problem: Neurodivergente Nervensysteme brauchen regelmäßige Regulation.Typische Muster: Pause erst bei völliger Erschöpfung.
Folgen für das System: Extreme Energieabfälle, Wechsel zu passiven Anteilen, instabile Wochenverläufe.
Zu viele Aufgaben gleichzeitig beginnen
Problem: Aufmerksamkeitssteuerung ist bei vielen neurodivergenten Systemen schwierig.Typische Muster: Viele offene Projekte, ständiger Aufgabenwechsel.
Folgen für das System: Kognitive Überlastung, innere Unruhe, Konflikte zwischen Anteilen.
Dauerhafte Anpassung an andere
Problem: Neurodivergente Bedürfnisse werden häufig unterdrückt, um sozial zu funktionieren.Typische Muster: Termine zusagen trotz Überlastung, sich an fremde Rhythmen anpassen.
Folgen für das System: Aktivierung von Schutzanteilen, Verlust innerer Stabilität, steigende Spannungen.
Fehlende Übergangszeiten zwischen Aktivitäten
Problem: Neurodivergente Systeme brauchen oft mehr Zeit für Zustandswechsel.Typische Muster: Termin direkt nach Termin ohne Pause.
Folgen für das System: Steigende Anspannung, mehr Wechsel, sinkende Belastbarkeit.
Emotionale Nachreaktionen nicht einplanen
Problem: Neurodivergente Verarbeitung erfolgt oft verzögert.Typische Muster: Nach belastenden Terminen direkt weiterarbeiten.
Folgen für das System: Späte emotionale Einbrüche, instabile Folgetage, innere Spannungen.
Dauerhafte Selbstbeobachtung ohne Regulation
Problem: Neurodivergente Systeme neigen zu intensiver Selbstanalyse.Typische Muster: Ständiges Grübeln über Zustände und Anteile.
Folgen für das System: Mentale Erschöpfung, Aktivierung kritischer Anteile, weniger Stabilität.
Stabilität mit gleichbleibender Leistungsfähigkeit verwechseln
Problem: Neurodivergente Systeme haben natürliche Schwankungen in Energie und Funktion.Typische Muster: Täglich dieselben Ziele trotz unterschiedlicher Zustände.
Folgen für das System: Innerer Druck, Konflikte zwischen Anteilen, instabile Zustandsverläufe.
Ein System wird nicht stabil, weil alle Anteile gleich funktionieren.
Es wird stabil, wenn unterschiedliche Funktionsweisen miteinander arbeiten dürfen.