Imaginationsübung: Der Innere Garten (DIS-adaptiert)

Diese Imaginationsübung soll deine Entspannung unterstützen. Anteile von DIS-Systemen können hier auch gerne ihre Teamsitzungen und Konferenzen abhalten.

Lade alle Anteile ein, an dieser Übung mitzumachen.

Sucht euch jetzt eine angenehme Position, in der ihr euch sicher und stabil fühlt. Nehmt euch einen Moment, um eure Haltung zu überprüfen und nehmt Veränderungen vor, falls nötig. Wer mag, kann seine Augen schließen oder den Blick weich werden lassen – wie auch immer es gerade gut für euch ist.

Vielleicht könnt ihr eure Aufmerksamkeit finden und ein paar tiefe Atemzüge nehmen.


Wenn ihr dann alle soweit seid, stellt euch einen Weg vor, der euch zu dem Eingang zu eurem Inneren Garten führt und nehmt diesen Weg wahr.

Schaut euch nun den Garten zu erst einmal von außen an.

Aus was ist die Umgrenzung gemacht? Vielleicht ist da ein Zaun oder eine dichte Hecke, vielleicht sind Rosenbüsche so sehr ineinander verwoben, dass sie eine Wand aus Blüten bilden oder vielleicht ist da auch etwas vollkommen anderes.

Wenn ihr euch die sicheren Grenzen bewusst gemacht habt, die alles Schädlich von eurem Garten fernhalten, könnt ihr den Eingang sehen, durch ihr in den Garten gelangt.

Vielleicht ist da ein kleines Türgitter, vielleicht ein großes eisernes Tor. Vielleicht ein grüner Tunnel aus Blättern und Farnen, durch den ihr laufen könnt und vielleicht habt ihr auch eine magische Abmachung mit den Pflanzen in eurem Garten und die Pflanzen treten für euch zur Seite, um euch einzulassen. – Und vielleicht ist es auch völlig anders. 

Euer Innerer Garten sieht genau so aus, wie es euch gefällt und lässt euch wohlfühlen.

Ihr könnt jetzt bewusst einen Schritt durch den Eingang machen und einen tiefen Atemzug nehmen. 

Wie ist die Temperatur in eurem Garten? Hat sie sich vielleicht verändert im Vergleich zu außerhalb des Gartens? Duftet die Luft?

Wenn ihr viele seid, stellt sicher, dass alle Anteile von euch, die bei der Übung mitmachen wollen, mit in den Garten treten. – Wer nicht bereit ist, jetzt schon in den Garten mit rein zu kommen, kann sich gerne erst einmal langsam umsehen.

Schließt dann den Eingang hinter euch. 


In euren Garten kann niemand sonst hineinkommen.

Ihr seid hier alle völlig sicher und beschützt.

Welche Pflanzen könnt ihr sehen? Gibt es da Bäume? Oder Büsche? Oder Blumen? Oder alles zusammen? Wie sehen sie aus?

Vielleicht mögt ihr ein paar Blätter anfassen? Wie fühlen sie sich an? 

Vielleicht mögt ihr den Stamm eines Baumes fühlen? Wie fühlt sich die Rinde an?

Samtig oder glatt? Welche Struktur bemerkt ihr?  

Ihr könnt auch die Blumen tasten. Fühlen sie sich so an, wie sie aussehen?

Ob die Bäume oder Blumen einen bestimmten Duft ausströmen? Und wie riecht die Erde? Wie fühlt sie sich an? Hat es vielleicht vor Kurzem geregnet?


Nehmt euch wieder einen Moment Zeit und fühlt, ob die Temperatur für euch angenehm ist. Ihr könnt sie jederzeit ändern! 

Bemerkt ihr die frische und guttuende Luft?

Nehmt einen tiefen Atemzug und lasst alle Gedanken zurück, die nicht in den Garten gehören. 

Ihr könnt euch jetzt noch weiter hinein in den Garten bewegen, bis ihr einen zentralen Ort erreicht.

Dort kann auch Wasser fließen. Vielleicht ein kleiner Bach, ein zierlicher Brunnen, eine frische Quelle, ein Teich oder ein kleiner See – oder, was immer ihr mögt.

Schaut euch noch einmal um nehmt die ganze Szene in euch auf, währen ihr einen weiteren tiefen Atemzug nehmt und eure Schultern entspannt.


Ihr habt einen so wunderschönen Ort gefunden. Und ihr fühlt euch sicher.

Lauscht einmal den Geräuschen des Gartens. Vielleicht hört ihr Wasser plätschern, Gezwitscher im Hintergrund oder sogar ein leichtes Blätterrauschen?

Ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr auch Tiere in eurem Garten haben wollt: Vielleicht sind da flinke kleine Eichhörnchen, die in den Bäumen spielen, vielleicht baden dort Vögel im Wasser und zwitschern mit angenehmen Stimmen eine schöne Melodie. Vielleicht unterhalten sich die Vögel auch miteinander. Hörst du vielleicht auch den Kuckuck rufen? Oder den Waldkauz?

Vielleicht sind da flauschige Hummeln, die gemütlich von einer Blüte zur nächsten fliegen.

Und die Schmetterlinge erst: So farbenprächtig, so schöne Muster. 

Vielleicht möchten einige von euch auch die Rehe beobachten? Und ihr Fell tasten?

Wer möchte, kann die Tiere beobachten und ihnen lauschen. 

Und vielleicht möchtet ihr einen Ort finden, an dem keine Geräusche zu hören sind. Ein Ort an dem ihr euch ausruhen könnt. Schaut euch um: Vielleicht findet ihr einen gemütlichen Gartenstuhl, oder eine Holzbank, vielleicht einen großen Stein, der mit Moos bewachsen ist oder eine Schaukel? Oder was auch immer da auf euch wartet.

Nehmt euch Zeit, es euch gemütlich zu machen.

Ihr könnt die frische Luft tief ein- und ausatmen.

Wenn ihr mögt, könnt ihr vielleicht den angenehmen Geräuschen lauschen. Und wenn ihr das nicht wollt und Stille bevorzugt, dann ist das auch völlig in Ordnung.

Und wenn ihr mögt, könnt ihr auch für eine Weile die Augen schließen und euch völlig ausruhen.

Und wenn ihr Viele seid, gibt es vielleicht Anteile, die dabei mitmachen wollen und vielleicht gibt es andere Anteile, die etwas aktiver sein wollen – und auch das ist völlig in Ordnung.

Der Garten ist groß genug für alle und jeder findet eine Stelle, an dem er das machen kann, was ihm gefällt und ihm guttut.

Ihr könnt zusammenbleiben, müsst es aber nicht.

Die kleinen Innenkinder sind frei, sich einen Ort zum Spielen zu suchen, an dem es alles gibt, was ihnen guttut und sie Spaß und Freude haben. Und vielleicht sind ein paar ältere Anteil auch dort und passen auf die kleinen Anteile auf.

Vielleicht möchten einige Anteile einer Wasserquelle nachgehen.

Auch die erwachsenen Anteile können das tun, wonach ihnen ist. Sie können z.B. schwimmen gehen, oder ein Buch lesen. Sie können sich zurückziehen oder die Gemeinschaft suchen. 

Vielleich mögen einige Anteile noch weiter den Garten erkunden, der aussieht, als würde er noch viele weitere Stätten und Abenteuer bereithalten.

Vielleicht gibt es da auch mittelgroße und große Bäume, die wie dafür gemacht sind, dass man auf sie heraufklettern kann. Vielleicht entdeckt ihr auch ein Baumhaus, oder andere Dingen, mit denen man spielen kann. Vielleicht wollen einige Anteile auch selbst ein Baumhaus bauen.

Die Tiere im Garten sind nicht scheu. Wer möchte, kann mit den Tieren spielen oder ihr Fell streicheln. Wie fühlt es sich an?

Jeder Anteil wird etwas finden oder Ideen haben, was man mit all den schönen Dingen um euch herum machen kann.

Die Anteile dürfen all das tun, was sie mögen. – Und die Anteile, die andere Stellen im Garten ausgesucht werden, werden dadurch auch nicht gestört. 

Und wenn ihr wollt, könnt ihr auch eure inneren Helfer an diesen Ort einladen.

Vielleicht finden einige Anteile von euch auch einen Bereich im Garten, in dem noch gar nichts wächst. Und vielleicht gibt es dort fruchtbare Erde, die schon vorbereitet ist, Samenkörner oder Pflanzlinge aufzunehmen.

Ihr könnt dort alles anpflanzen, was ihr wollt und vielleicht auch bewässern. Eure Pflanzen sind gesund und tragen herrliche Früchte und wenn ihr Sträucher hat, könnt ihr euch die Sträucher auch so zurechtstutzen, wie es euch gefällt.  Vielleicht entstehen dadurch lustige Formen?

All das könnt ihr weiter wachsen lassen.

All das könnt ihr weit weg von Zeitdruck, Erwartungen und Außenlärm tun.

Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Nur Rhythmus. Nur Sein.

Vielleicht möchtet ihr einen Moment innehalten und wahrnehmen, wie es sich anfühlt, gemeinsam oder nebeneinander in diesem Garten zu sein. Nicht perfekt. Aber stimmig.
Wie ein alter Ort, den man nie wirklich vergessen hat.

Wenn ihr mögt, könnt ihr euch nun als System bewusst machen:
Wo hält sich gerade wer auf?
Wer braucht Nähe, wer Abstand, wer Schutz, wer Bewegung?
Alles darf nebeneinander existieren, ohne sich zu überlagern.

Vielleicht gibt es einen Ort im Garten, der sich besonders geeignet anfühlt für Besprechungen oder Teamsitzungen.

Ein runder Tisch aus Holz.
Eine Wiese.
Ein Pavillon.
Oder einfach ein Kreis im Gras.

Dort könnt ihr euch – wenn ihr wollt – zusammensetzen.
Nicht um Probleme zu lösen.
Sondern um gehört zu werden.
Jeder Anteil darf da sein, ohne sich erklären zu müssen.
Wer nicht sprechen möchte, darf schweigen.
Wer nur zuhören will, hört zu.

Und vielleicht gibt es ein stilles Zeichen, eine Geste oder ein Symbol, das sagt:
Wir gehören zusammen. Auch wenn wir verschieden sind.

Lasst euch Zeit.

Der Garten drängt nicht.
Er läuft nicht weg.
Er ist geduldig wie alte Bäume, die schon viele Jahreszeiten gesehen haben.

Wenn ihr spürt, dass es langsam genug ist für heute, könnt ihr euch innerlich darauf vorbereiten, den Garten für jetzt zu verlassen.
Nicht für immer – nur für diesen Moment.

Schaut euch noch einmal um.
Vielleicht möchtet ihr euch einen Anker setzen:
ein Bild, ein Geruch, ein Geräusch, ein Gefühl im Körper,
das ihr jederzeit abrufen könnt, um innerlich hierher zurückzukehren.

Dann könnt ihr euch zum Eingang des Gartens begeben.
Der Ausgang ist derselbe, durch den ihr hereingekommen seid –
oder ein anderer, wenn sich das für euch richtiger anfühlt.

Der Garten bleibt bestehen.
Unverändert.
Beschützt.
Er wartet auf euch.

Bevor ihr den Garten verlasst, überprüft noch einmal:
Sind alle Anteile, die mitkommen möchten, bereit?
Wer bleiben will, darf bleiben.
Wer später nachkommen möchte, findet den Weg.

Schließt den Eingang hinter euch so, wie es für euch sicher ist.
Mit einem Tor.
Mit Pflanzen.
Mit einer inneren Vereinbarung.

Dann kehrt langsam mit eurer Aufmerksamkeit zurück in den Raum, in dem ihr euch gerade befindet.
Spürt den Kontakt eures Körpers zur Unterlage.
Bewegt, wenn ihr mögt, sanft Hände oder Füße.
Atmet ein paar Mal bewusst ein und aus.

Ihr müsst nichts festhalten.
Ihr habt nichts verloren.

Der Garten ist Teil von euch.
Und ihr wisst jetzt wieder, wie man ihn findet.

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