Arbeitsblatt: "Verlassenheitstrauma - Den inneren Schmerz verstehen, bezeugen und in sicherer Gegenwart führen"

Arbeitsblatt: "Verlassenheitstrauma - Den inneren Schmerz verstehen, bezeugen und in sicherer Gegenwart führen"

1. Der ursprüngliche Schmerz
Frage: Wann hast du in deinem Leben erlebt, dass jemand, den du brauchtest, nicht da war – körperlich oder emotional?
Denk an Momente, in denen du dich allein, vergessen oder zurückgelassen gefühlt hast.
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Wie fühlte sich dieses Alleinsein körperlich an?
☐ Druck in der Brust
☐ Kälte / Leere im Körper
☐ Erstarrung / keine Atmung
☐ Herzrasen / Unruhe
☐ Schwere / Müdigkeit
☐ Anderes: .................................................................................
Was glaubte das Kind damals?
(z. B. „Ich bin zu viel“, „Ich bin schuld“, „Ich bin nicht wichtig“)
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2. Alte Strategien – heutige Spuren
Markiere die Anteile, die du bei dir erkennst, und notiere typische Situationen, in denen sie sich zeigen.

AnteilWiedererkannt?Wann zeigt er sich?
Klammeranteil................................................................................
Angepasster Anteil................................................................................
Resignierter Anteil................................................................................
Kontrollierender Anteil................................................................................
Wütender Anteil................................................................................
Hoffnungsträger-Anteil................................................................................
Erstarrter Anteil................................................................................
Schuldanteil................................................................................
Vermeidungsteil................................................................................
Kindlicher Anteil................................................................................


3. Innere Botschaften – alte Programme, neue Antworten
Schreibe, was jeder Anteil glaubt – und was du ihm heute antworten könntest.
Du kannst die Tabelle erweitern, wenn du magst.

AnteilAlte Botschaft („Damals“)Neue Antwort („Heute“)
Klammeranteil„Wenn ich dich festhalte, bleibst du vielleicht.“„Ich darf Nähe fühlen, ohne festzuhalten.“
Angepasster Anteil„Ich darf keine Last sein.“„Ich darf da sein, so wie ich bin.“
Resignierter Anteil„Es hat keinen Sinn, sich zu öffnen.“„Ich darf Hoffnung spüren – in meinem Tempo.“
Kontrollierender Anteil„Wenn ich alles überwache, passiert kein Verlust.“„Ich darf Kontrolle loslassen, ohne zu zerfallen.“
Wütender Anteil„Ich bin schlecht, wenn ich wütend bin.“„Meine Wut zeigt, dass ich leben will.“
Hoffnungsträger-Anteil„Vielleicht kommt jemand zurück.“„Ich bin jetzt da – und ich verlasse mich nicht mehr.“
Erstarrter Anteil„Ich darf nichts fühlen, sonst zerbreche ich.“„Ich darf fühlen, in kleinen Dosen.“
Schuldanteil„Ich war schuld, dass du gegangen bist.“„Ich war ein Kind – ich trage keine Schuld.“
Vermeidungsteil„Wenn ich niemanden brauche, werde ich nicht verletzt.“„Ich darf Bindung wagen und gleichzeitig sicher bleiben.“
Kindlicher Anteil„Ich warte, bis jemand kommt.“„Ich bin da. Ich halte dich jetzt.“

Welcher Anteil in dir ruft am lautesten nach Aufmerksamkeit?
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4. Reaktionen im Heute erkennen
Wenn jemand sich heute entfernt, nicht schreibt oder zurückzieht – was geschieht in dir?
☐ Ich bekomme Panik / Herzrasen
☐ Ich spüre Leere, Taubheit oder Kälte
☐ Ich schreibe, obwohl ich weiß, es tut weh
☐ Ich ziehe mich zurück und tue gleichgültig
☐ Ich kontrolliere Nachrichten oder Zeiten
☐ Ich denke: „Ich war schuld“
☐ Anderes: ................................................................................
Was versucht dein Körper in diesen Momenten zu tun?
(z. B. Nähe wiederherstellen, Sicherheit zurückholen, Schmerz vermeiden)

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5. Selbstbegegnung: Wer in dir wartet noch?
Nimm dir kurz Zeit und schließe die Augen.
Stell dir den kindlichen Anteil vor, der damals zurückblieb.
Was braucht er jetzt am meisten?
☐ Gesehen werden
☐ Gehalten werden
☐ Zeit / Geduld
☐ Sicherheit im Heute
☐ Sanftes „Ich bin da“
☐ Andere Antwort: .................................................................
Formuliere einen Satz, mit dem du diesen Anteil trösten oder halten würdest:
z. B. „Ich weiß, du hast lange gewartet. Ich bin jetzt hier.“
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6. Schritte zur Integration
Wähle 1–2 kleine Handlungen, um Nähe im Heute erlebbar zu machen:
☐ Ich benenne, wenn jemand fehlt – ohne zu klammern.
☐ Ich bleibe körperlich präsent (atmen, bewegen), auch wenn Angst aufsteigt.
☐ Ich erkenne: „Das ist ein alter Schmerz – kein aktueller Verlust.“
☐ Ich führe ein Mini-Ritual der Sicherheit (Kerze, Musik, Ort, Tierkontakt).
☐ Ich sage innerlich: „Ich bin hier. Ich bleibe – für mich.“
☐ Ich suche eine kleine, verlässliche Bindung im Alltag (Freund, Therapeutin, Tier, Routine).
☐ Ich schreibe dem wartenden Anteil regelmäßig: „Du bist nicht vergessen.“

7. Abschlussreflexion
Was verstehst du heute anders über deine Reaktionen bei Verlust oder Rückzug?
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Was möchtest du deinem inneren Kind sagen, das damals gewartet hat?
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„Ich darf allein sein – ohne verlassen zu sein.“
„Ich bin jetzt da – und das genügt.“

Heilung heißt nicht, dass niemand mehr geht.
Heilung heißt, dass du bleibst – mit dir.


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