Arbeitsblatt: "Säuglingsanteil verstehen und stabilisieren"
Arbeitsblatt: "Säuglingsanteil verstehen und stabilisieren"
1. Erkennen, dass es ein früher Zustand ist
Wenn du merkst, dass dein Körper reagiert, aber du keinen „Grund“ findest, prüfe:
☐ Habe ich gerade das Gefühl, zu fallen, zu erfrieren, zu schrumpfen, zu verschwinden?
☐ Gibt es keine klaren Gedanken, nur Körperreaktionen?
☐ Fühlt es sich an, als würde die Zeit stillstehen?
☐ Fühle ich mich orientierungslos, ohne Sprache, ohne „Ich“?
→ Dann ist wahrscheinlich ein Säuglingszustand aktiv: ein Körperprogramm, kein bewusster Gedanke.
Das Ziel ist nicht, ihn wegzumachen – sondern ihm heute Halt zu geben.
2. Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe für den Körper)
Haltung: Sitze oder liege sicher. Rücken anlehnen, Füße auf Boden oder Decke.
Atmung: Längere Ausatmung (zählen bis 6). Kein tiefes Einatmen erzwingen.
Kontakt: Hand auf Brustkorb oder Bauch legen. Spüren, dass Bewegung da ist.
Wärme: Decke, Wärmflasche oder Pullover – Wärme signalisiert „leben“.
Rhythmus: Summen, wippen, streichen – sanfte, wiederkehrende Bewegung.
Orientierung: Benenne drei Dinge im Raum, das heutige Datum, die Tageszeit.
Satz: Sag leise: „Ich bin hier. Es ist vorbei. Ich lebe.“
Wasser: Trinke ein paar Schlucke – langsam, bewusst.
Grenze: Wenn Nähe zu viel ist: halte einen Gegenstand, spüre seine Oberfläche.
Nach 2–3 Minuten prüfen: Atme ich leichter? Spüre ich mehr Boden?
3. Vier Säulen der Stabilisierung – kleine Übungstabellen
A. Co-Regulation (äußere oder innere Begleitung)
☐ Ein Glas Wasser trinken.
☐ Notieren: Wie ging es los? Was half? Wann ließ es nach?
☐ Kurz bewegen: Schulterrollen, Hände öffnen, gähnen.
☐ Innerlich sagen: „Das war damals. Jetzt ist heute.“
☐ Wenn möglich, über den Tag kleine Sicherheitsinseln einbauen (z. B. morgens Summen, abends Wärme).
5. Langzeit-Nachreifung (langsames Umlernen)
Wiederholung: Dieselben Reize immer wieder – Sicherheit wird gelernt, nicht verstanden.
Vorhersagbarkeit: Gleiche Zeiten, gleiche Abläufe, gleiche Rituale.
Rhythmus: Der Körper reguliert sich über Wiederkehr, nicht über Vielfalt.
Beziehung: Wenn möglich, sichere Begleitung – jemand, der „bleibt“.
Selbstsprache: Keine Befehle („Reiß dich zusammen!“), sondern Bestätigungen:
„Ich bin hier. Du darfst leben. Ich passe auf uns auf.“
6. Reflexionsblatt
Ich erkenne, dass dieser Zustand nicht verrückt ist, sondern uralt.
Mein Körper versucht, zu Ende zu bringen, was damals nicht ging: Sicherheit erfahren.
Heute bin ich da. Heute kann ich bleiben.“
1. Erkennen, dass es ein früher Zustand ist
Wenn du merkst, dass dein Körper reagiert, aber du keinen „Grund“ findest, prüfe:
☐ Habe ich gerade das Gefühl, zu fallen, zu erfrieren, zu schrumpfen, zu verschwinden?
☐ Gibt es keine klaren Gedanken, nur Körperreaktionen?
☐ Fühlt es sich an, als würde die Zeit stillstehen?
☐ Fühle ich mich orientierungslos, ohne Sprache, ohne „Ich“?
→ Dann ist wahrscheinlich ein Säuglingszustand aktiv: ein Körperprogramm, kein bewusster Gedanke.
Das Ziel ist nicht, ihn wegzumachen – sondern ihm heute Halt zu geben.
2. Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe für den Körper)
Haltung: Sitze oder liege sicher. Rücken anlehnen, Füße auf Boden oder Decke.
Atmung: Längere Ausatmung (zählen bis 6). Kein tiefes Einatmen erzwingen.
Kontakt: Hand auf Brustkorb oder Bauch legen. Spüren, dass Bewegung da ist.
Wärme: Decke, Wärmflasche oder Pullover – Wärme signalisiert „leben“.
Rhythmus: Summen, wippen, streichen – sanfte, wiederkehrende Bewegung.
Orientierung: Benenne drei Dinge im Raum, das heutige Datum, die Tageszeit.
Satz: Sag leise: „Ich bin hier. Es ist vorbei. Ich lebe.“
Wasser: Trinke ein paar Schlucke – langsam, bewusst.
Grenze: Wenn Nähe zu viel ist: halte einen Gegenstand, spüre seine Oberfläche.
Nach 2–3 Minuten prüfen: Atme ich leichter? Spüre ich mehr Boden?
3. Vier Säulen der Stabilisierung – kleine Übungstabellen
A. Co-Regulation (äußere oder innere Begleitung)
| Übung | Dauer | Wirkung |
|---|---|---|
| Gleichmäßig wiegen (Sitz) | 60–90 Sek. | Rhythmus stabilisiert Herzfrequenz |
| Sanftes Summen (tiefer Ton) | 1–2 Min. | Aktiviert Vagusnerv |
| Hand auf Herz/Bauch | 2 Min. | Stärkt Körperkontakt |
| Abendselbe Musik | 3 Min. | Vorhersagbarkeit |
| Fester Griff um Gegenstand | 1 Min. | Körpergrenzen spürbar |
→ Notiere, welche Form dich am meisten beruhigt: _____________________
B. Selbst-Regulation (eigene Beruhigungsfähigkeit)| Übung | Häufigkeit | Wirkung |
|---|---|---|
| Langes Ausatmen | täglich | Parasympathikus aktiviert |
| Sich einwickeln | bei Stress | Halt & Wärme |
| Gähnen, seufzen | spontan | Muskeltonus senkt sich |
| Mikrobewegung (Finger, Füße) | sanft | Starre löst sich |
| Tee/Kakao trinken | abends | innere Nährung |
→ Beobachtung: Was hilft mir am zuverlässigsten? _______________________
C. Orientierung & Sicherheit (Jetztgefühl herstellen)| Übung | Anwendung | Effekt |
|---|---|---|
| 3 Dinge sehen, 3 hören, 3 fühlen | bei Überwältigung | Jetzt-Zentrierung |
| Datum & Ort nennen | morgens | Zeitliche Verortung |
| Spiegelblick + Lächeln | täglich | Selbstidentität |
| Kaltes Wasser über Hände | tagsüber | Wachheit |
| Lichtquelle betrachten | abends | Raumwahrnehmung |
→ Welche Übung bringt mich am schnellsten „ins Heute“? __________________
D. Nährung & Fürsorge (Selbst-Versorgung)| Handlung | Wann | Bedeutung |
|---|---|---|
| Warmes Getränk mit beiden Händen | täglich | symbolisches Gehaltensein |
| Suppe/Brei langsam essen | wenn leer | Körperrhythmus aktivieren |
| Wärmflasche oder weiches Tuch | abends | sensorische Sicherheit |
| Sich selbst sagen: „Ich darf satt werden.“ | regelmäßig | Aufhebung von Mangelprägung |
| Körperpflege bewusst (Lotion, warmes Tuch) | 1× täglich | positive Berührungserfahrung |
→ Welche Form von Fürsorge fühlt sich echt an, nicht erzwungen? ___________
4. Nachsorge & Integration
Nach jeder Übung oder Episode:☐ Ein Glas Wasser trinken.
☐ Notieren: Wie ging es los? Was half? Wann ließ es nach?
☐ Kurz bewegen: Schulterrollen, Hände öffnen, gähnen.
☐ Innerlich sagen: „Das war damals. Jetzt ist heute.“
☐ Wenn möglich, über den Tag kleine Sicherheitsinseln einbauen (z. B. morgens Summen, abends Wärme).
5. Langzeit-Nachreifung (langsames Umlernen)
Wiederholung: Dieselben Reize immer wieder – Sicherheit wird gelernt, nicht verstanden.
Vorhersagbarkeit: Gleiche Zeiten, gleiche Abläufe, gleiche Rituale.
Rhythmus: Der Körper reguliert sich über Wiederkehr, nicht über Vielfalt.
Beziehung: Wenn möglich, sichere Begleitung – jemand, der „bleibt“.
Selbstsprache: Keine Befehle („Reiß dich zusammen!“), sondern Bestätigungen:
„Ich bin hier. Du darfst leben. Ich passe auf uns auf.“
6. Reflexionsblatt
Ich erkenne, dass dieser Zustand nicht verrückt ist, sondern uralt.
Mein Körper versucht, zu Ende zu bringen, was damals nicht ging: Sicherheit erfahren.
Heute bin ich da. Heute kann ich bleiben.“