Arbeitsblatt: "DMN und DIS – Grübeln erkennen und unterbrechen"

Ziel:
Das eigene Grübelverhalten und die Aktivität des Default Mode Networks (DMN) beobachten, körperliche Signale erkennen und Wege finden, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen.

1. Was im Kopf passiert
Typische Gedanken oder ProzesseBeschreibung / Beispiel
Wiederkehrende Szenen oder Gespräche„Ich spiele immer wieder dieselbe Situation durch.“
Selbstkritik, Schuldgedanken„Ich hätte anders reagieren müssen.“
Analysieren statt Fühlen„Ich versuche zu verstehen, anstatt zu spüren.“
Innere Kommentare„Ein Anteil bewertet, was ich gerade tue oder fühle.“
Gedankenflut ohne Richtung„Ich denke zu viel, aber komme zu keinem Ende.“
Erinnerungsbilder oder innere Filme„Alte Szenen tauchen auf, obwohl ich nichts Bestimmtes tue.“
Kontrollversuche durch Denken„Wenn ich es durchdenke, passiert es nicht nochmal.“


2. Was im Körper passiert
Körperliche ReaktionenMögliche neurobiologische Bedeutung
Enge im Brustkorb / flache AtmungAktivierung des Sympathikus (Stressmodus)
Kältegefühl oder TaubheitDissoziative Schutzreaktion, Energieabzug aus dem Körper
Kopfdruck, Augenflimmern, BenommenheitÜberlastung durch mentale Aktivität
Unruhe, MuskelanspannungAnspannung durch innere Alarmzustände
Erschöpfung, Leere, „Abschalten“Übergang in Freeze oder Shutdown nach Überaktivität
Kein Hunger-/DurstgefühlAbkopplung von Körperwahrnehmung
Wahrnehmungsverlust / „Nicht ganz da sein“Übergang vom DMN in Dissoziation


3. Innere Anteile, die das Grübeln auslösen oder aufrechterhalten
Anteil / innere StimmeZiel oder Absicht dieses AnteilsWirkung auf das Gesamtsystem
Analytiker / KontrollanteilWill verstehen, um Kontrolle zu behaltenDaueraktivität des DMN, fehlende Ruhe
Kritischer AnteilVersucht, Fehler zu verhindernScham, Selbstzweifel, Grübelspirale
Ängstlicher AnteilWill Gefahren früh erkennenDauerstress, Alarmzustand
Beschützender AnteilVersucht, emotionale Überflutung zu vermeidenTrennung von Gefühlen, Dissoziation
Rationaler AnteilHält Emotionen auf DistanzKopflastigkeit, Verlust von Körperkontakt

4. Frühzeichen erkennen
BeobachtungBedeutung
Ich merke, dass ich Gespräche im Kopf führe.DMN übernimmt, exekutive Kontrolle sinkt.
Ich bemerke meinen Körper kaum.Dissoziation beginnt.
Ich verliere Zeitgefühl.Wechsel in DMN-Dominanz oder inneren Zustand.
Ich bin gleichzeitig müde und innerlich unruhig.Energieverlust durch mentales Dauerfeuer.
Ich „weiß“ viel, aber fühle nichts.DMN aktiv, limbische Integration fehlt.


5. Wege ins Hier und Jetzt
KategorieKonkrete Handlung / Übung
Körper aktivierenStehen, strecken, Wasser trinken, bewusst atmen.
Sinnesanker nutzenGeräusche zählen, Farben benennen, etwas Kaltes anfassen.
BegrenzenTimer stellen: „10 Minuten nachdenken, dann Pause.“
Aufgabe mit StrukturEtwas sortieren, aufräumen, eine Liste schreiben.
Innere Ansprache„Ich sehe dich, Kontrollanteil. Du willst Sicherheit. Jetzt ist es sicher genug.“
BewegungKurzer Gang, Armbewegung, rhythmisches Wippen.
Sozialer KontaktEine reale Person ansprechen, Blickkontakt, Nachricht senden.
Kreatives TunSchreiben, malen, basteln, etwas mit den Händen tun.


6. Nach der Übung – Selbstbeobachtung
BeobachtungNotizen
Wie hat sich der Körper verändert?
Welche Gedanken wurden leiser?
Fühle ich mich mehr im Raum, in mir selbst, in der Gegenwart?
Welcher Anteil ist jetzt spürbar aktiv?
Was könnte ihm jetzt Sicherheit geben?


7. Zusammenfassung für den Alltag
  • Grübeln ist kein Denken, sondern eine Schutzstrategie.
  • Das DMN läuft über, wenn Kontrolle wichtiger wird als Wahrnehmung.
  • Gegenmittel ist nicht mehr Nachdenken, sondern mehr Gegenwart.
  • Kleine, körperlich spürbare Handlungen bringen das Gehirn wieder ins Gleichgewicht.

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