Arbeitsblatt: "DMN und DIS – Grübeln erkennen und unterbrechen"
Ziel:
Das eigene Grübelverhalten und die Aktivität des Default Mode Networks (DMN) beobachten, körperliche Signale erkennen und Wege finden, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen.
Das eigene Grübelverhalten und die Aktivität des Default Mode Networks (DMN) beobachten, körperliche Signale erkennen und Wege finden, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen.
1. Was im Kopf passiert
2. Was im Körper passiert
3. Innere Anteile, die das Grübeln auslösen oder aufrechterhalten
4. Frühzeichen erkennen
5. Wege ins Hier und Jetzt
6. Nach der Übung – Selbstbeobachtung
7. Zusammenfassung für den Alltag
| Typische Gedanken oder Prozesse | Beschreibung / Beispiel |
|---|---|
| Wiederkehrende Szenen oder Gespräche | „Ich spiele immer wieder dieselbe Situation durch.“ |
| Selbstkritik, Schuldgedanken | „Ich hätte anders reagieren müssen.“ |
| Analysieren statt Fühlen | „Ich versuche zu verstehen, anstatt zu spüren.“ |
| Innere Kommentare | „Ein Anteil bewertet, was ich gerade tue oder fühle.“ |
| Gedankenflut ohne Richtung | „Ich denke zu viel, aber komme zu keinem Ende.“ |
| Erinnerungsbilder oder innere Filme | „Alte Szenen tauchen auf, obwohl ich nichts Bestimmtes tue.“ |
| Kontrollversuche durch Denken | „Wenn ich es durchdenke, passiert es nicht nochmal.“ |
| Körperliche Reaktionen | Mögliche neurobiologische Bedeutung |
|---|---|
| Enge im Brustkorb / flache Atmung | Aktivierung des Sympathikus (Stressmodus) |
| Kältegefühl oder Taubheit | Dissoziative Schutzreaktion, Energieabzug aus dem Körper |
| Kopfdruck, Augenflimmern, Benommenheit | Überlastung durch mentale Aktivität |
| Unruhe, Muskelanspannung | Anspannung durch innere Alarmzustände |
| Erschöpfung, Leere, „Abschalten“ | Übergang in Freeze oder Shutdown nach Überaktivität |
| Kein Hunger-/Durstgefühl | Abkopplung von Körperwahrnehmung |
| Wahrnehmungsverlust / „Nicht ganz da sein“ | Übergang vom DMN in Dissoziation |
| Anteil / innere Stimme | Ziel oder Absicht dieses Anteils | Wirkung auf das Gesamtsystem |
|---|---|---|
| Analytiker / Kontrollanteil | Will verstehen, um Kontrolle zu behalten | Daueraktivität des DMN, fehlende Ruhe |
| Kritischer Anteil | Versucht, Fehler zu verhindern | Scham, Selbstzweifel, Grübelspirale |
| Ängstlicher Anteil | Will Gefahren früh erkennen | Dauerstress, Alarmzustand |
| Beschützender Anteil | Versucht, emotionale Überflutung zu vermeiden | Trennung von Gefühlen, Dissoziation |
| Rationaler Anteil | Hält Emotionen auf Distanz | Kopflastigkeit, Verlust von Körperkontakt |
| Beobachtung | Bedeutung |
|---|---|
| Ich merke, dass ich Gespräche im Kopf führe. | DMN übernimmt, exekutive Kontrolle sinkt. |
| Ich bemerke meinen Körper kaum. | Dissoziation beginnt. |
| Ich verliere Zeitgefühl. | Wechsel in DMN-Dominanz oder inneren Zustand. |
| Ich bin gleichzeitig müde und innerlich unruhig. | Energieverlust durch mentales Dauerfeuer. |
| Ich „weiß“ viel, aber fühle nichts. | DMN aktiv, limbische Integration fehlt. |
| Kategorie | Konkrete Handlung / Übung |
|---|---|
| Körper aktivieren | Stehen, strecken, Wasser trinken, bewusst atmen. |
| Sinnesanker nutzen | Geräusche zählen, Farben benennen, etwas Kaltes anfassen. |
| Begrenzen | Timer stellen: „10 Minuten nachdenken, dann Pause.“ |
| Aufgabe mit Struktur | Etwas sortieren, aufräumen, eine Liste schreiben. |
| Innere Ansprache | „Ich sehe dich, Kontrollanteil. Du willst Sicherheit. Jetzt ist es sicher genug.“ |
| Bewegung | Kurzer Gang, Armbewegung, rhythmisches Wippen. |
| Sozialer Kontakt | Eine reale Person ansprechen, Blickkontakt, Nachricht senden. |
| Kreatives Tun | Schreiben, malen, basteln, etwas mit den Händen tun. |
| Beobachtung | Notizen |
|---|---|
| Wie hat sich der Körper verändert? | |
| Welche Gedanken wurden leiser? | |
| Fühle ich mich mehr im Raum, in mir selbst, in der Gegenwart? | |
| Welcher Anteil ist jetzt spürbar aktiv? | |
| Was könnte ihm jetzt Sicherheit geben? |
- Grübeln ist kein Denken, sondern eine Schutzstrategie.
- Das DMN läuft über, wenn Kontrolle wichtiger wird als Wahrnehmung.
- Gegenmittel ist nicht mehr Nachdenken, sondern mehr Gegenwart.
- Kleine, körperlich spürbare Handlungen bringen das Gehirn wieder ins Gleichgewicht.