Warum ein Tagebuch bei DIS hilfreich sein kann

Warum ein Tagebuch bei DIS hilfreich sein kann


Orientierung im Alltag

Aufschreiben gibt Struktur. Ereignisse und Gefühle lassen sich zeitlich besser einordnen, auch wenn Erinnerungslücken bestehen.

Erinnerungen sichern

Notizen verhindern, dass wichtige Details verschwinden. So bleiben Erfahrungen greifbar, auch wenn Anteile sie vergessen.

Innere Kommunikation fördern

Jeder Anteil kann sich ausdrücken – mit eigener Farbe, Handschrift oder Symbol. Das stärkt den Dialog im System.

Muster erkennen

Beim Zurücklesen werden Zusammenhänge sichtbar: Welche Auslöser gibt es? Welche Strategien helfen? Wiederkehrendes wird klarer.

Sicherheit schaffen

Das Tagebuch ist ein „sicherer Ort“ für Gedanken. Aufgeschrieben wirkt Chaos im Kopf ordentlicher und weniger bedrohlich.

Selbstfürsorge üben

Das Aufschreiben ist ein Akt der Achtsamkeit. Es zeigt: Gefühle und Bedürfnisse sind wichtig und dürfen Raum haben.

Therapie unterstützen

Ein Tagebuch kann zwischen Sitzungen helfen, Themen nicht zu verlieren. Therapeut*innen verstehen leichter, was im Alltag passiert.

Selbstwirksamkeit stärken

Das Schreiben vermittelt: „Ich kann Einfluss nehmen, festhalten, ordnen.“ Das gibt Kontrolle zurück.

Unterschiedliche Stimmen sichtbar machen

Verschiedene Schreibweisen machen klar: Wer war „vorne“? Das erleichtert das Verstehen von Wechseln zwischen Anteilen.

Fortschritte erkennbar machen

Beim Zurückblättern werden kleine Entwicklungen sichtbar – auch wenn sie im Moment unscheinbar wirken. Das stärkt Hoffnung.


Ideen für die Gestaltung


Freies Schreiben

Jeder Anteil darf schreiben und malen, wann er möchte – mit eigenem Stil, Farbe oder Symbol.

Fragen beantworten

Tägliche Leitfragen können Halt geben, z. B.:
„Wie geht es mir gerade?“
„Gab es heute schwierige Situationen?“
„Was hat mir gutgetan?“

Farb- oder Symbol-Codes

Kindanteile → z. B. bunte Stifte, Sticker
Schutzanteile → z. B. schwarze oder kräftige Farbe
Alltagsanteile → neutrale Farbe

Struktur-Seiten

Kalenderübersicht für Ereignisse
Trigger- oder Stimmungs-Tabelle
Liste mit „Dingen, die helfen“

Innere Kommunikation

Manche Systeme nutzen eine Art „Briefe“: Ein Anteil schreibt etwas, ein anderer antwortet.

Sichere Begrenzung

Seiten dürfen geschlossen enden („Stopp für heute“). → verhindert Überflutung.



Beispielseite (einfach gehalten)


Datum: 

Wie geht es uns heute?

Etwas müde, Kopf voll, aber draußen Sonne → tat gut.

Gab es schwierige Situationen?

– Trigger im Bus → Herzrasen, plötzlich Erinnerung.

– Konnte aber mit Butterfly-Hug wieder runterkommen.

Welche Anteile waren da?

– Alltagsanteil: Büro geschafft.

– Kindanteil: fühlte sich allein.

– Schutzanteil: misstrauisch beim Telefonat.

Was hat geholfen?

– Tee trinken

– Schreiben hier im Tagebuch

– Kurze Pause mit Musik


Notiz an uns selbst:

„Wir müssen nicht alles sofort schaffen. Kleine Schritte reichen.“

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