Von der Dissoziation ins Bewusstsein

Dissoziation war oft ein Überlebensweg: „Wenn ich nicht da bin, tut es weniger weh.“

Dieses Muster wirkt bis heute fort:
  • Erinnerungen brechen unvermittelt ein.
  • Innere Anteile schalten ab, wenn es zu viel wird.
  • Körper und Gefühle scheinen fremd oder weit weg.
Das Gegengewicht heißt Bewusstsein.

Das bedeutet: Ich darf wahrnehmen, was ist – ohne überflutet zu werden. Ich darf mich spüren und gleichzeitig entscheiden, wie nah ich an etwas herangehe.

Schemaübung: Von der Dissoziation ins Bewusstsein in 7 Schritten


1. Auslöser erkennen

Ein Gefühl von Leere oder Nebel 
„Ich bin nicht wirklich hier.“

2. Gefühle wahrnehmen

Taubheit, Schwindel, Abwesenheit.

3. Innere Erlaubnis geben

„Ich darf zurückkehren – langsam, Schritt für Schritt.“

4. Handlungsspielraum prüfen

„Was hilft mir, mich jetzt zu verankern?“

5. Kleine Handlung ausführen

Beispiel: Füße auf den Boden spüren, einen Gegenstand anfassen.

6. Wirkung beobachten

„Ich nehme wieder mehr wahr – mein Körper ist da.“

7. Anerkennen

„Ich kann im Bewusstsein bleiben, ohne verloren zu gehen.“


Weitere Wege ins Bewusstsein

Bodenkontakt spüren

Füße fest aufstellen, Gewicht wahrnehmen.

Atmung bewusst lenken

Langsam ein- und ausatmen, bis Klarheit entsteht.

Sinneseindrücke aktivieren

Etwas Kaltes berühren, Düfte wahrnehmen, bewusst hören.

Innere Anteile ansprechen

„Ihr dürft da sein – wir sind jetzt sicher.“

Realitätsanker nutzen

Datum, Uhrzeit, Ort laut benennen.

Schreiben im Moment

„Was sehe ich? Was höre ich? Was fühle ich?“ – ohne Bewertung.

Körperbewegung

Leichte Dehnungen oder Schütteln bringen Präsenz zurück.

Sich spiegeln

In den Spiegel schauen, die eigene Stimme hören.

Natur als Halt

Einen Stein, Baum oder Wind bewusst wahrnehmen.

Kleine Routinen

Regelmäßige Rituale geben Struktur und Orientierung.

 
 

Früher war Dissoziation ein notwendiger Schutz.

Heute darf Bewusstsein entstehen – Gegenwart ohne Überflutung, Klarheit ohne Angst.

„Ich darf da sein – hier, jetzt, bewusst.“

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