Von der Abhängigkeit zur Eigenverantwortung

In der Kindheit bedeutete Abhängigkeit oft: „Andere wissen, was richtig ist – ich darf nichts entscheiden.“ Viele Betroffene haben gelernt, Verantwortung abzugeben, um Ärger oder Strafe zu vermeiden. Das Nervensystem speicherte: „Ich darf keine Verantwortung tragen.“

Heute zeigt sich das so:

  • Entscheidungen werden vermieden.
  • Verantwortung wird an andere abgegeben.
  • Schuldgefühle tauchen auf, wenn man selbst etwas wählt.

Das Gegengewicht heißt Eigenverantwortung. Eigenverantwortung bedeutet: Ich treffe Entscheidungen für mein Leben – und übernehme die Folgen in meinem Tempo. 



Schemaübung: Von der Abhängigkeit zur Eigenverantwortung in 7 Schritten

1. Auslöser erkennen

Eine Situation verlangt Entscheidung (Druck)

2. Gefühle wahrnehmen

„Ich weiß nicht, was richtig ist“, Enge im Bauch.

3. Innere Erlaubnis geben

„Ich darf Verantwortung übernehmen – Schritt für Schritt.“

4. Handlungsspielraum prüfen

„Welche Optionen habe ich wirklich?“

5. Kleine Entscheidung treffen

Beispiel: Welche Mahlzeit, welcher Weg, welcher Zeitpunkt.

6. Wirkung beobachten

„Ich habe entschieden – und es ist nichts Schlimmes passiert.“

7. Anerkennen

„Ich trage Verantwortung – und es fühlt sich stimmig an.“



Weitere Wege zur Eigenverantwortung

Täglich eine kleine Entscheidung bewusst treffen

so lernt das Nervensystem: Meine Wahl zählt.

Listen nutzen

Vor- und Nachteile aufschreiben macht Optionen greifbar.

Innere Stimmen einbeziehen

Anteile anhören: Jeder darf etwas beitragen.

Schuld entlasten

Verantwortung bedeutet Wahl, nicht automatisch Schuld.

Mini-Verträge schließen

"Heute übernehme ich diese Aufgabe“ macht Verantwortung überschaubar.

Verantwortung in kleinen Bereichen übernehmen

eine Pflanze oder ein Haustier versorgen stärkt Selbstwirksamkeit.

Erfolge notieren

zeigt: Ich habe entschieden – und es ging gut.

Unsicherheit aushalten lernen

Verantwortung heißt auch, nicht alles zu wissen.

Eigene Wünsche aussprechen

stärkt Klarheit und Selbstvertrauen.

Sich selbst anerkennen

„Ich habe entschieden – und das macht mich stark.“



Früher hieß Abhängigkeit: keine Verantwortung tragen dürfen.

Heute heißt Eigenverantwortung: die Hand wieder am eigenen Steuer haben.

„Ich darf Entscheidungen treffen – und ich übernehme sie in meinem Tempo.“


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