Rechte und Alltagshilfen bei DIS - Kompaktübersicht

Menschen mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) haben nicht nur mit inneren Herausforderungen zu tun, sondern auch mit den Anforderungen des Alltags. Viele Betroffene wissen nicht, welche Rechte ihnen zustehen und welche Hilfen sie in Anspruch nehmen können. Dabei können diese Unterstützungen entscheidend sein, um Stabilität und Teilhabe zu sichern.


1. Schwerbehindertenausweis

Anspruch: Antrag bei erheblicher Einschränkung im Alltag.
Vorteile: Steuerfreibeträge, Zusatzurlaub, Kündigungsschutz, Nachteilsausgleiche.
Praxis: Antrag beim Versorgungsamt/Amt für soziale Angelegenheiten.
Unterstützung: Sozialverbände VdK und SoVD.
Infos: https://www.bmas.de

2. Pflegegrad

Anspruch: Bei dauerhaftem Unterstützungsbedarf im Alltag.
Vorteile: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag, Haushaltshilfe.
Praxis: Antrag bei der Pflegekasse, Begutachtung durch den MDK.
Unterstützung: Pflegestützpunkte und Pflegeberater*innen der Krankenkassen.
Infos: Pflegekasse der eigenen Krankenkasse; Verbraucherzentrale-> Pflegegeld

3. Psychotherapie und medizinische Hilfen

Anspruch: Anspruch auf Psychotherapie, Verlängerung bei Langzeitbedarf.
Vorteile: Kostenübernahme durch Krankenkasse, Zugang zu Fachkräften.
Zusatzangebote: Ergotherapie, Kunst- oder Musiktherapie können ergänzend hilfreich sein und sind teils verordnungsfähig.
Praxis: Kontakt über Hausärzt*innen oder Psychotherapeutische Sprechstunde.
Unterstützung: Kassenärztliche Vereinigungen (Therapeutensuche), UPD.
Infos: Arztsuche Kassenärztliche Vereinigung; UPD (Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland)

4. Soziale Hilfen

Anspruch: Eingliederungshilfe nach SGB IX bei Teilhabeeinschränkungen.
Vorteile: Assistenzkräfte, Begleitung, betreutes Wohnen.
Praxis: Antrag beim Sozialamt oder Träger der Eingliederungshilfe.
Unterstützung: Caritas, Diakonie, AWO.
Infos: Aktion Mensch – Eingliederungshilfe; Caritas; Diakonie; AWO

5. Alltagshilfen

Strukturhilfen können über Pflegegrad/Eingliederungshilfe gefördert werden.
Anspruch: Strukturhilfen können über Pflegegrad/Eingliederungshilfe gefördert werden.
Vorteile: Sicherheit, Orientierung, mehr Selbstständigkeit.
Praxis: Kalender, Apps, Notfallkarten, Checklisten nutzen.
Unterstützung: Selbsthilfegruppen (lokal oder online).
Infos: NAKOS – Selbsthilfe-Kontaktstelle

6. Rechte im Arbeitsleben

Anspruch: Nachteilsausgleiche bei Schwerbehinderung/GdB.
Vorteile: Kündigungsschutz, Zusatzurlaub, Arbeitsplatzanpassung.
Praxis: Antrag beim Versorgungsamt, Zusammenarbeit mit Integrationsamt.
Unterstützung: Integrationsfachdienste (IFD), Gewerkschaften, Sozialverbände.
Infos: Integrationsamt

7. Rechte in Krisensituationen

Anspruch: Recht auf Hilfe bei akuten Krisen.
Vorteile: Soforthilfe, Schutz vor Selbst- oder Fremdgefährdung.
Praxis: Krisendienst anrufen, Notruf 112 bei akuter Gefahr.
Unterstützung: Telefonseelsorge, Sozialpsychiatrische Dienste.
Infos: Telefonseelsorge; DGPPN-Patientenrechte

8. Selbsthilfegruppen

Anspruch: Jeder kann Selbsthilfegruppen gründen oder beitreten.
Vorteile: Austausch mit Betroffenen, Gefühl von Gemeinschaft, praktische Tipps.
Praxis: Gruppen finden über Selbsthilfekontaktstellen oder online.
Unterstützung: NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen),  regionale Selbsthilfebüros, Trauma- und DIS-spezifische Vereine.
Infos: NAKOS – Selbsthilfe-Kontaktstelle; Trauma & Dissoziation e.V.;  DGPPN – Patientenrechte


 „Unterstützung annehmen heißt nicht schwach sein – es heißt, sich das Leben leichter machen.“




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