Vom Misstrauen zum Vertrauen
Misstrauen ist für viele Menschen mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) ein tief verankertes Gefühl.
Es entstand, weil Menschen, die eigentlich hätten schützen sollen, zugleich gefährlich waren. Das Nervensystem hat gelernt: „Traue niemandem – Nähe kann weh tun.“
Heute wirkt dieses Muster wie ein ständiger Filter:
Gefühle: Skepsis, Angst, innere Alarmbereitschaft.
Es entstand, weil Menschen, die eigentlich hätten schützen sollen, zugleich gefährlich waren. Das Nervensystem hat gelernt: „Traue niemandem – Nähe kann weh tun.“
Heute wirkt dieses Muster wie ein ständiger Filter:
- Zweifel an guten Absichten anderer.
- Angst, sich zu öffnen.
- Innere Stimmen, die sofort warnen: „Das ist eine Falle.“
Schemaübung: Vom Misstrauen zum Vertrauen in 7 Schritten
1. Auslöser erkennen
Eine Situation ruft Zweifel hervor: Nähe, Lob, ein Hilfsangebot.
2. Gefühle wahrnehmen
Körper: Anspannung, Rückzug, Enge im Bauch.Gefühle: Skepsis, Angst, innere Alarmbereitschaft.
3. Misstrauen würdigen
Sich innerlich sagen: „Misstrauen hat mich früher geschützt – danke dafür.“4. Realität prüfen
Fragen: „Bin ich jetzt in Gefahr – oder reagiert mein Körper auf früher?“5. Kleinen Vertrauensschritt wagen
Beispiel: Eine kleine Bitte äußern, ein kurzes Geheimnis teilen, jemandem für 5 Minuten zuhören.6. Wirkung beobachten
Spüren: „Es ist nichts Schlimmes passiert – ein Stück Vertrauen war möglich.“7. Erfahrung anerkennen
Innerlich würdigen: „Ich habe vertraut – und es war sicher.“Weitere Wege zum Vertrauen
Kleine Schritte wagen
Vertrauen muss nicht groß beginnen. Ein freundliches Lächeln, ein kurzes Gespräch oder eine kleine Bitte reichen aus.Grenzen klar halten
Vertrauen gelingt leichter, wenn klar ist: Ich darf jederzeit Stopp sagen und Abstand nehmen.Verlässlichkeit prüfen
Wiederholte positive Erfahrungen sammeln: „Diese Person hat mehrmals so gehandelt, wie sie gesagt hat.“Innere Anteile einbeziehen
Fragen: „Welcher Anteil misstraut? Wer wäre bereit, einen Schritt zu wagen?“ – Vertrauen darf im Miteinander entstehen.Selbstvertrauen stärken
Je mehr ich auf mich selbst bauen kann, desto leichter fällt es, auch anderen Vertrauen zu schenken.Erfahrungen sichtbar machen
Ein Notizbuch führen: kleine Momente festhalten, in denen Vertrauen funktioniert hat.Sich Verbündete suchen
Bewusst Menschen auswählen, die achtsam und respektvoll sind – und langsam Nähe zulassen.Symbolische Brücken
Einen Brief schreiben, eine Kerze anzünden oder ein Bild betrachten, das Verbindung symbolisiert.Vertrauen dosieren
Nicht alles auf einmal geben. Ein kleines Stück teilen – und abwarten, ob es sicher bleibt.Positive Rückmeldungen zulassen
Wenn jemand lobt oder etwas Gutes tut, nicht sofort abwehren – sondern kurz wirken lassen.Misstrauen war einst lebenswichtig – es schützte vor Gefahr.
Doch heute darf Neues entstehen: Erfahrungen von Verlässlichkeit, Sicherheit, Nähe.
Vertrauen wächst nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt.
Jeder kleine Moment sendet eine neue Botschaft:
„Ich darf prüfen. Ich darf mich öffnen. Ich darf Vertrauen lernen.“