Können Medikamente DIS heilen?

Kurz und knapp: Nein!

Medikamente können eine Dissoziative Identitätsstörung nicht heilen. 


DIS ist keine klassische „neurochemische Störung“ wie z. B. eine Depression, sondern eine komplexe Traumafolgestörung. Sie entsteht in der Kindheit durch wiederholte, massive Überforderung und Gewalt, die das Gehirn spaltet – in Anteile, die das Unerträgliche jeweils für sich „halten“. Diese innere Aufspaltung ist eine Überlebensstrategie, keine reine Fehlfunktion der Neurotransmitter.

Medikamente können daher nur Begleitsymptome lindern, nicht die Ursache auflösen:

  • Antidepressiva: gegen depressive Symptome, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme.
  • Anxiolytika (Angstlösende Mittel): gegen starke Panik, Angstzustände – aber oft mit Abhängigkeitsrisiko.
  • Neuroleptika: manchmal bei starken Flashbacks, Wahn-ähnlichen Zuständen oder schwerer innerer Unruhe.
  • Stimmungsstabilisierer: bei starken Stimmungsschwankungen.


"Heilung" bei DIS bedeutet: 

  • Sicherheit im Heute herstellen,
  • innere Kommunikation zwischen Anteilen aufbauen,
  • Traumata Schritt für Schritt bearbeiten,
  • neue Lebensstrategien entwickeln.

Dafür braucht es Traumatherapie (z. B. stabilisierende Verfahren, IFS, traumaspezifische DIS-Therapie) – nicht primär Medikamente.

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