Innere Bilder (Teil 4): Richtig anwenden und nutzen

Tipps zur Durchführung 

Haltung:  Aufrecht & bequem (Sitz oder Liege), Füße oder Rücken spüren.
Atem: 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus (oder sanft, ohne Zwang).
Timing: 60–180 Sekunden reichen oft. Qualität > Länge.
Fokus:  Immer mind. 3 Sinne einbeziehen (sehen/hören/fühlen/riechen/schmecken)
Stoppsignal: wird’s zu intensiv → Augen öffnen, Raum benennen  (3 Dinge sehen/hören/spüren),Schultern bewegen.
Verankerung: Am Ende ein Mikro-Anker (Hand auf Brust, zwei tiefe Atemzüge, Stichwort).

Der Garten im Frühling – „Lebendigkeit“

Du öffnest ein Gartentor.
Vor dir: frisches Grün, Knospen, weicher Boden.
Geh barfuß zwei Schritte über Tau.

Sinnesanker: Grüntöne sehen, Vogelgezwitscher hören, feuchte Erde riechen, kühle Haut an den Fußsohlen.
Mantra: „Ich bin im Wachsen.“
Verstärkung: Eine Hand aufs Brustbein, eine auf den Bauch.

Warme Decke – „Geborgenheit“

Eine schwere, weiche Decke legt sich über Schultern.
Wärme breitet sich vom Nacken bis in die Zehen aus.
Gesichtsmuskeln lassen los.

Sinnesanker: Gewicht der Decke, Wärme, leises Rascheln des Stoffs.
Mantra: „Ich bin gehalten.“
Verstärkung: Decke in Gedanken am Schlüsselbein „einrasten“.
Exit: Schultern kreisen, tief seufzen, aufrichten.

Meer bei Sonnenuntergang – „Weite“

Horizontlinie, sanfte Wellen.
Jede Ausatmung „zieht“ eine Welle zurück.
Farben wechseln: Gold → Orange → Violett.

Sinnesanker: Salzgeruch, Wind auf der Haut, Wellenrauschen.
Mantra: „Mit jeder Welle lasse ich los.“
Verstärkung: Bei der Ausatmung Zehen leicht in den Boden drücken.
Exit: Kopf langsam drehen, Raum wahrnehmen.

Schützendes Tier – „Sicherheit“

Ein Tier deiner Wahl (Hund, Löwe, Adler, Fantasiewesen) tritt neben dich.
Es steht zwischen dir und allem, was stresst.
Ihr atmet synchron.

Sinnesanker: Fell/Federn fühlen, Atemrhythmus hören, Körperwärme spüren.
Mantra: „Ich bin nicht allein.“
Verstärkung: Hand neben dich legen, als würdest du sein Fell berühren.
Exit: Dank an das Tier, innerlich verabschieden, Augen öffnen.

Umarmung – „Nähe“

Ein vertrauter Mensch/innere Figur tritt auf dich zu.
Eine ruhige, feste Umarmung, ohne Worte.
Atem synchronisiert sich.

Sinnesanker: Druck auf den Schultern, Herzschlag, Wärme an der Brust.
Mantra: „Ich bin verbunden.“
Verstärkung: Hände über Kreuz auf Schultern legen (Schmetterlings-Halt).
Exit: Hände lösen, zwei tiefe Atemzüge.

Kaminfeuer – „Ruhe“

Flammen tanzen, Holz knistert.
Jede Ausatmung füttert die Glut – sie wird gleichmäßig warm.
Wärme breitet sich vom Solarplexus aus.

Sinnesanker: Knistern hören, trocken-holziger Geruch, Wärme im Bauch.
Mantra: „Es wird ruhig in mir.“
Verstärkung: Ausatmen leicht seufzen lassen.
Exit: Finger reiben, Schultern senken.

Heller Raum – „Klarheit“

Du trittst in einen lichtdurchfluteten Raum.
Licht legt sich wie ein Schal um Nacken und Stirn.
Gedanken werden transparenter.

Sinnesanker: Helligkeit sehen, kühle Luft spüren, leises Echo hören.
Mantra: „Licht schafft Platz.“
Verstärkung: Stirn sanft mit Handfläche berühren.
Exit: Augen öffnen, echte Lichtquelle im Raum sehen.

Alter Baum – „Stabilität“

Wurzeln wachsen aus deinen Fußsohlen in die Erde.
Rücken wird Stamm, Kopf ist Krone.
Wind kommt – der Stamm bleibt, die Krone schwingt.

Sinnesanker: Schwere in den Füßen, Länge im Rücken, leises Blätterrauschen.
Mantra: „Ich bin verwurzelt.“
Verstärkung: Füße sanft in den Boden drücken.
Exit: Wurzeln „einziehen“, Zehen bewegen.

Lieblingsort Kindheit – „Vertrautheit“

Du gehst den altbekannten Weg (Texture der Stufen/Steine spüren).
Dein Platz: Geräusche, Farben, Geruch erinnern dich.
Setz dich. Lass den Ort „antworten“.

Sinnesanker: Haptik (Holz/Stein), vertrauter Duft, typische Geräusche.
Mantra: „Hier kenne ich mich aus.“
Verstärkung: Eine kleine Geste (z. B. Hand über die Sitzfläche).
Exit: Ort innerlich schließen, tief ausatmen.

Berggipfel – „Überblick“

Du stehst am Gipfelkreuz.
Weite in 360°.
Mit jeder Ausatmung rutscht Ballast den Hang hinunter.

Sinnesanker: Kühle Luft, Weite sehen, Stille hören.
Mantra: „Ich habe Übersicht.“
Verstärkung: Schultern zurück, sanft heben/senken.
Exit: Blick zum Boden, Stand spüren.

Sternenhimmel – „Einbettung“

Dunkelblauer Himmel, Sterne erwachen.
Ein Stern über dir „antwortet“.
Dein Atem ist wie langsames Funkeln.

Sinnesanker: Weite, Kühle, leise Nacht.
Mantra: „Ich bin ein Teil des Ganzen.“
Verstärkung: Fingerspitzen aneinander, Mini-Funken.
Exit: Hände reiben, Wärme zurückbringen.

Blumenwiese – „Sanftheit“

Farbenflecken im Gras.
Biene summt, leichte Brise.
Du setzt dich, spürst weiches Gras.

Sinnesanker: Duft, Summen, weiche Berührung an den Händen.
Mantra: „Ich darf weich sein.“
Verstärkung: Handflächen reiben, Wärme fühlen.
Exit: Schultern lockern, aufrichten.

Ruhiger See – „Glätte“

Spiegelglatte Oberfläche.
Ein innerer Stein der Anspannung fällt ins Wasser.
Kreise werden größer und… lösen sich.

Sinnesanker: Kühle Luft, Stille, optische „Glätte“.
Mantra: „Es glättet sich.“
Verstärkung: Bei Ausatmung Lippen leicht spitzen (verlängert).
Exit: Hände auf Oberschenkel klopfen.

Kuscheltier/Katze/Hund – „Weichheit“

Ein Tier legt sich auf deinen Schoß.
Du spürst Gewicht, Wärme, Atem.
Gleichmäßiges Streicheln.

Sinnesanker: Fellstruktur, Wärme, leises Schnurren/Atmen.
Mantra: „Weich ist erlaubt.“
Verstärkung: Hand über Unterarm streichen (echt).
Exit: Dank, Hand lösen, tief ausatmen.

Morgen im Wald – „Frische“

Dunst zwischen Stämmen.
Du atmest „Waldluft“ (ein) und „Schwere“ (aus).
Sonnenstrahl streift dein Gesicht.

Sinnesanker: Feuchte Erde riechen, Vogelruf, kühle Wange.
Mantra: „Frisch und neu.“
Verstärkung: Einatmen minimal über die Nase betonen.
Exit: Brustkorb weit, Blick anheben.

Sonnentag im Liegestuhl – „Loslassen“

Stoff des Liegestuhls trägt dich.
Sonne wärmt Bauch & Oberschenkel.
Jeder Ausatem ist ein Zentimeter tiefer sinken.

Sinnesanker: Wärme, Stoffknarzen, Sonnenlicht auf Lidern.
Mantra: „Ich lasse sinken.“
Verstärkung: Ausatmen hörbar verlängern.
Exit: Zehen/Finger bewegen, recken.

Regenbogen nach Gewitter – „Hoffnung“

Luft ist klar, Tropfen auf Haut.
Regenbogen erscheint.
Du wählst eine Farbe und „atmest“ sie ein.

Sinnesanker: Feuchtigkeit, kühler Duft, Farben.
Mantra: „Nach dem Grau kommt Farbe.“
Verstärkung: Farbstichwort leise flüstern.
Exit: Hände abklopfen, lächeln.

Lieblingsgericht – „Nährung“

Dein Gericht steht vor dir.
Duft steigt auf.
Ein bewusster „Gedanken-Bissen“: Geschmack entfaltet sich.

Sinnesanker: Duft, Wärme, Speichelfluss (ja, erwünscht).
Mantra: „Ich nähre mich.“
Verstärkung: Hand aufs Sonnengeflecht beim Ausatmen.
Exit: Lippen befeuchten, schlucken, aufrichten.

Schaukel – „Leichtigkeit“

Du sitzt auf einer Schaukel.
Einatmen: vor, Ausatmen: zurück.
Rhythmus wird ruhig und weit.

Sinnesanker: Luftzug im Gesicht, Seil in den Händen, Bauchkribbeln.
Mantra: „Ich darf leicht sein.“
Verstärkung: Mini-Vor/Zurück-Gewicht im Sitz.
Exit: Schaukel auspendeln lassen, still werden.

Wasserfall – „Reinigung“

Du stehst hinter einem leichten Wasserfall.
Das Wasser spült Stirn → Nacken → Schultern → Brust → Bauch → Beine.
Alles Überflüssige fließt ab.

Sinnesanker: Kühle Tropfen, Rauschen, feuchte Haut.
Mantra: „Was nicht meins ist, geht.“
Verstärkung: Beim Ausatmen Hände von Schultern nach unten ausstreichen.
Exit: Abtrocknen vorstellen, warmes Tuch umlegen, Augen öffnen.


Beachte:
  • Ein Bild pro Woche „eintrainieren“ (gleiche Uhrzeit, selber Ort).
  • Stichwort-Anker definieren (z. B. „Meer“, „Baum“). Je öfter du übst, desto schneller „springt“ dein System in den Zustand.
  • Kein Muss. Wenn ein Bild nicht gut tut, wähle ein anderes. Deine innere Landkarte, deine Regeln.

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