Erholung und Pause nach anstrengenden Tagen innerer Arbeit

Innere Arbeit bei DIS kann unglaublich anstrengend sein: Erinnerungen anschauen, Anteile zuhören lassen, mit Gefühlen ringen. Auch äußere Tage mit viel Stress, Reizen oder Begegnungen können das System erschöpfen. Dann braucht es echte Pausen – kleine Oasen im Alltag, die allen Anteilen zeigen: Wir dürfen uns erholen.


Warum echte Pausen wichtig sind

Entlastung für das Nervensystem – Stress sinkt nur, wenn wirklich Ruhe da ist.

Gerechtigkeit im Inneren – alle Anteile spüren: Erholung ist erlaubt.

Vorbeugung gegen Überforderung – Pausen verhindern Zusammenbrüche oder Überflutung.

Kraft tanken – nur wer sich erholt, kann am nächsten Tag weitermachen.


Ideen für Erholungsmöglichkeiten 

Sanfte Körpererholung

Warmes Bad oder eine Dusche nehmen

Mit Decke und Kissen aufs Sofa oder ins Bett kuscheln

Mittagsschläfchen oder Powernap halten

Langsamer Spaziergang ohne Ziel

Sanfte Dehnungen oder ruhiges Yoga

Im Schaukelstuhl oder in einer Hängematte schaukeln

Wärmflasche oder Heizkissen verwenden

Barfuß über Teppich, Gras oder Holz laufen


Sinnliche Entspannung

Lieblingsmusik hören – leise oder laut

Duftkerze, Räucherstäbchen oder Aromaöl anzünden

Tee, Kakao oder warmes Getränk in Ruhe genießen

Ein vertrautes Lieblingsessen bewusst essen

Kerzenlicht oder eine Lichterkette einschalten

Naturgeräusche hören: Regen, Wald, Meeresrauschen

Lieblingsduft bewusst wahrnehmen (Parfum, Duschgel, Creme)

Hände oder Arme mit einer Lotion einreiben


Für Kinderanteile

Kuscheltier in die Arme nehmen

Eine Decke als „Nest“ oder Höhle bauen

Malen, Kritzeln oder Kneten ohne Ziel

Kinderserie oder Bilderbuch anschauen

Ein Hörspiel aus der Kindheit hören

Mit Lego, Bausteinen oder Puzzles spielen

Eine warme Milch oder Kakao trinken

Mit Luftballon oder Seifenblasen spielen


Für jugendliche Anteile

Musik mit Kopfhörern hören

Serien oder Filme schauen

Einfach im Bett liegen und „offline“ sein

Tagebuch schreiben oder kreativ kritzeln

Poster oder Moodboard gestalten

Computerspiel oder Handyspiel spielen

Snacks oder Fast Food genießen

Kleidung, Frisur oder Make-up ausprobieren


Für erwachsene Anteile

Ein Buch lesen oder ein Hörbuch hören

Auf dem Balkon oder am Fenster sitzen und hinausschauen

Handy oder PC ausschalten und Ruhe genießen

Ein leckeres Essen kochen oder bestellen

Einen Mittagsschlaf halten

Nachrichten und Termine bewusst ignorieren

Eine Kerze anzünden und einfach still sitzen

In ein Notizbuch schreiben – Gedanken ordnen


Für Schutzanteile

Türen, Fenster und Licht kontrollieren

Boxsack, Kissen oder Hampelmann-Übungen machen

Kurzes Workout oder Joggen

Aufräumen und Ordnung schaffen

Ein Sicherheitsritual durchführen (Kerze, Symbol, Routine)

Feste Schuhe oder eine Jacke anziehen, um sich stabil zu fühlen

Meditation: „Alles ist ruhig, niemand kommt rein.“

Sich eine innere Wache vorstellen, die Verantwortung übernimmt



 Erholung kann ganz unterschiedlich aussehen

– von stiller Ruhe bis zu körperlichem Abbau von Anspannung. 

Wichtig ist, dass jede Seite im Inneren spürt: 

Wir dürfen Pause machen.



Praktische Pausentipps

Kurze Zeiten blocken

Lieber 10–20 Minuten bewusst Pause machen als gar nicht. Kleine Inseln wirken Wunder.

Wecker stellen

Manchmal verliert man sich im Tun. Ein Timer erinnert daran: „Jetzt ist Pause.“

Ritual entwickeln

Immer dasselbe kleine Zeichen nutzen – z. B. Tee kochen, Kerze anzünden → das signalisiert: Pause beginnt.

Einen festen Pausenplatz haben

Ein bestimmter Sessel, eine Decke oder eine Ecke im Zimmer – nur für Ruhezeiten gedacht.

Reize reduzieren

Handy weg, Türen zu, Geräusche ausschalten. Je weniger Input, desto tiefer die Erholung.

Atmen nicht vergessen

3–5 tiefe Atemzüge wirken wie ein Schalter für das Nervensystem.

Anteile bewusst einbinden

Fragen: „Wer braucht gerade was?“ – auch kleine Wünsche (Kakao, Musik, Kuscheltier) dürfen erfüllt werden.

Bewegungspausen einbauen

Spazieren gehen, strecken, tanzen – Körper in Bewegung bringt inneren Wechsel.

Nicht multitasken

Pause ist nur Pause, nicht „nebenbei schnell Mails checken“.

Visuelle Anker nutzen

Bilder, Symbole oder kleine Dinge, die sofort Ruhe signalisieren (Kerze, Stein, Stofftier).

Pause ernst nehmen

Nicht als „faul“ abwerten – Pausen sind so wichtig wie Essen und Schlaf.

Nachspüren

Am Ende kurz fragen: „Wie geht es uns jetzt?“ – das stärkt die Wirkung und hilft, Pausen leichter zu wiederholen.

Nach anstrengenden Tagen braucht es nicht viel – aber etwas Konkretes. Eine Decke, Musik, ein Spaziergang, ein ruhiger Abend. So lernen alle Anteile: Wir dürfen uns erholen. Wir müssen nicht leisten, wir dürfen auch einfach nur sein.


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