Arbeitsblatt "Mit Anteilen in Kontakt treten"

 

Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstruktur (DIS) haben viele Anteile, die unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse und Aufgaben tragen.

Dieses Arbeitsblatt zeigt dir verschiedene Möglichkeiten der inneren Kommunikation, damit du Schritt für Schritt einen sicheren Kontakt aufbauen kannst.

 

1. Innere Haltung vorbereiten

Ruhe suchen: Einen sicheren Ort im Außen schaffen.

Gegenwartsanker setzen: „Ich bin heute erwachsen.“

Absicht formulieren: „Ich möchte zuhören und verstehen.“

 

2. Kommunikationswege entdecken

Nicht jeder Anteil spricht in Worten. Kommunikation kann viele Formen haben:

Innere Worte, Bilder & Szenen, Gefühle & Körperempfindungen, Handlungen & Impulse, Träume

 

3. Erste Kontaktaufnahme

Innerlich ansprechen: „Hallo, ich sehe dich.“

Einen sicheren Namen geben: „Du bist …“ (oder einfach: „der wütende Anteil“).

Zeit lassen: Nicht jeder Anteil antwortet sofort.

 

4. Methoden der Kommunikation

Innerer Dialog: Schreibe eine Unterhaltung auf: Du stellst Fragen, der Anteil antwortet.

Briefe schreiben: Der Anteil schreibt dir einen Brief – und du antwortest ihm.

Tagebuch / Innere Landkarte: Anteile in ein Heft eintragen, mit Alter, Aufgabe, Bedürfnissen.

Zeichnungen & Symbole: Manchmal zeigen Anteile sich lieber als Bild.

Innere Räume: Einen sicheren Raum vorstellen, wo ein Anteil dir etwas zeigen oder sagen kann.

Körpersignale beachten: Ein Drücken in der Brust, ein Zucken oder ein Drang kann eine Botschaft sein.


 

5. Wichtige Fragen

„Wie fühlst du dich gerade?“

„Was brauchst du von mir?“

„Wovor willst du mich schützen?“

„Wann war das für dich das erste Mal so?“

 

6. Rolle des Erwachsenen-Ichs

Zuhören, nicht bewerten.

Ernst nehmen, nicht kleinreden.

Grenzen setzen: „Ich höre dich – aber ich entscheide im Heute.“

Trost anbieten: „Du bist nicht mehr allein.“

 

7. Wenn Kommunikation schwierig wird

Nur kleine Schritte machen.

Zeit lassen – Anteile müssen Vertrauen lernen.

Notieren, was auftaucht – auch wenn es unklar bleibt.

Hilfe von außen nutzen (Therapie, Selbsthilfe).

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