Arbeitsblatt: "Innere Landkarte bei DIS"
Arbeitsblatt: Innere Landkarte bei DIS
1. Einleitung – Wozu dient eine innere Landkarte?
- Menschen mit DIS tragen viele verschiedene Anteile in sich. Jeder Anteil hat eigene Gefühle, Erinnerungen, Aufgaben und Bedürfnisse. Oft wirkt das wie ein großes Chaos.
- Die innere Landkarte hilft:
- Übersicht über die Anteile zu gewinnen.
- Muster und Zusammenhänge zu erkennen.
- Sicherheit zu schaffen: „Ich weiß, wer da ist.“
- Kommunikation zu erleichtern – innen wie außen.
- Fortschritte sichtbar zu machen.
Wichtig: Die Landkarte muss nicht perfekt oder vollständig sein. Sie darf wachsen, sich verändern und jederzeit angepasst werden.
2. Erste Schritte: Überblick schaffen
Frage dich:
Welche Anteile kenne ich bereits?
Welche Namen, Bilder oder Gefühle verbinde ich mit ihnen?
Gibt es Anteile, die ich nur vage spüre (z. B. als Nebel, Stimme, Gefühl)?
Liste erste Eindrücke auf:
3. Kategorien für Anteile
Du kannst deine Anteile nach Gruppen ordnen, z. B.:
Kind-Anteile (verletzte, spielende, ängstliche)
Jugendliche Anteile (rebellisch, trotzig, sehnsüchtig)
Schutz- oder Wächter-Anteile (abweisend, aggressiv, kontrollierend)
Alltags-Anteile (funktional, arbeitend, sozial)
Innere Kritiker oder strenge Stimmen
Gefühls-Anteile (Trauer, Wut, Leere)
Nebel- oder dissoziative Anteile (ohne klare Form, schwer zu greifen)
Welche Kategorien passen zu dir?
4. Einzelne Anteile beschreiben
Fülle für bekannte Anteile aus:
Name oder Bezeichnung: _______________________________
Alter / gefühltes Alter: _______________________________
Rolle / Aufgabe: _____________________________________
Stärken: ___________________________________________
Ängste oder Trigger: _________________________________
Wünsche / Bedürfnisse: ______________________________
Wie er/sie sich meldet: _______________________________
Welche anderen Anteile er/sie kennt: __________________
Platz für mehrere Anteile wiederholen.
5. Innere Beziehungen darstellen
Gibt es Anteile, die gut miteinander können?
Gibt es Konflikte oder Abgrenzungen?
Welche Anteile meiden einander?
Gibt es „Brückenbauer“ oder neutrale Vermittler?
Skizze oder Stichpunkte:
6. Bildliche Darstellung
Manche Betroffene malen ihre innere Landkarte:
- Kreise, die Anteile darstellen.
- Linien für Verbindungen (freundlich, angespannt, unterbrochen).
- Farben für Stimmung (rot = wütend, blau = traurig, grün = sicher).
- Symbole für Aufgaben (Schlüssel für Beschützer, Herz für Nähe-Anteile).
Freiraum für Skizze:
[Platz zum Zeichnen lassen]
7. Ressourcen sichtbar machen
Welche Anteile bringen Sicherheit?
Welche Anteile können helfen, wenn Panik kommt?
Wer kennt positive Erinnerungen?
Gibt es einen inneren sicheren Ort?
Liste aufschreiben:
8. Umgang mit Lücken
Es ist normal, dass manche Anteile nicht sichtbar sind
Schreibe auf:
Gibt es Gefühle, Stimmen, Körperreaktionen, die zu einem „unbekannten“ Anteil gehören könnten?
Welche Hinweise tauchen im Alltag auf?
9. Reflexion
Wie war es, die innere Landkarte zu erstellen?
Welche Überraschungen gab es?
Was ist noch unklar?
Welche Schritte könnten als Nächstes hilfreich sein?