Arbeitsblatt "Abhängigkeit erkennen und handeln"

 Partnerschaft kann Geborgenheit schenken, aber auch alte Traumamuster verstärken.

Gerade bei Menschen mit DIS entsteht oft ein innerer Widerspruch: Einerseits die tiefe Sehnsucht nach Nähe, andererseits die Angst, ohne den Partner wertlos oder verloren zu sein.

Dieses Arbeitsblatt hilft dir, Abhängigkeit bewusst zu erkennen, ihre Wurzeln zu verstehen und konkrete Schritte hin zu mehr Eigenständigkeit und innerer Sicherheit zu üben.

 

1. Was bedeutet Abhängigkeit für mich?

 Abhängigkeit heißt für mich:    ________________________________________________________

 Ich erlebe Abhängigkeit in meiner Beziehung, wenn …_____________________________________

 

2. Anzeichen von Abhängigkeit in der Partnerschaft

 Kreuze an, was auf dich zutrifft – oder schreibe eigene Beispiele auf.

☐ Ich habe starke Angst, meinen Partner zu verlieren.

☐ Ich passe mich übermäßig an, um Konflikte zu vermeiden.

☐ Seine Bedürfnisse sind wichtiger als meine.

☐ Ich fühle mich leer, wenn er nicht da ist.

☐ Kritik oder Distanz lösen Panik oder Selbsthass aus.

☐ Ich bleibe, auch wenn es mir schadet, weil Alleinsein schlimmer wirkt.

☐ Ich denke: „Ohne ihn kann ich nicht leben.“

☐ Ich erlebe mich selbst nur über seine Zuwendung.

Meine persönlichen Beispiele: ___________________________________________________________

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3. Gefühle, die Abhängigkeit nähren

Angst („Ich werde verlassen“)

Scham („Ich bin nicht genug“)

Schuld („Ich mache alles falsch“)

Hoffnung („Nur er kann mich retten“)

Leere („Ohne ihn bin ich nichts“)

Bei mir tauchen besonders diese Gefühle auf:

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4. Alte Wurzeln der Abhängigkeit

Häufig liegt Abhängigkeit in frühen Bindungserfahrungen.

 In meiner Kindheit gab es …

☐ Verlassenheit (niemand war da, wenn ich Angst hatte)

☐ Missbrauch / Gewalt durch Bezugspersonen

☐ Botschaften wie: „Du bist nur etwas wert, wenn du …“

☐ Angst, dass Liebe jederzeit verschwinden kann

Welche Erfahrungen finde ich bei mir wieder?

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5. Innere Dynamiken verstehen

Manche Anteile klammern, andere stoßen ab. Beispiel:

Kindanteil: „Bitte bleib bei mir!“

Schutzanteil: „Nähe ist gefährlich – geh weg!“

Welche inneren Stimmen höre ich in meiner Partnerschaft?

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 6. Erste Schritte ins Gegenteil von Abhängigkeit

Eigene Bedürfnisse benennen

Heute brauche ich: _____________________________________________________________________

Wer kann mich im Alltag unterstützen? _____________________________________________________

Was kann mich im Alltag unterstützen?

7. Kommunikation mit dem Partner

 Bedürfnisse klar äußern („Mir ist wichtig, dass …“)

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Ängste benennen („Ich merke, ich habe Angst, dich zu verlieren“)

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Wünsche ohne Vorwürfe formulieren („Ich wünsche mir mehr gemeinsame Zeit“)

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 Vereinbarungen über Eigenzeit treffen

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 Sätze, die ich üben möchte:

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8. Ressourcen gegen Abhängigkeit

 Menschen, die mich unabhängig stärken: ___________________________

 Dinge, die ich gerne allein tue: _________________________________

 Orte, an denen ich mich frei fühle: ______________________________

 Erinnerungssätze für den Alltag: ________________________________

 

9. Handlungsschritte im Alltag

  •  Kleine Entscheidung allein treffen (Essen, Freizeit, Kleidung).
  •  Einmal pro Woche bewusst Zeit ohne Partner verbringen.
  •  Eigene Meinung äußern, auch wenn sie anders ist.
  •  Gefühle dokumentieren: „Wann handle ich aus Angst, wann aus Selbstvertrauen?“
  •  Ein Ritual einführen: „Heute tue ich etwas nur für mich.“

 

10. Reflexion & Zukunft

 Wann fühle ich mich frei in meiner Partnerschaft?

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 Was brauche ich, um unabhängiger zu werden?

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 Welche Schritte möchte ich im nächsten Monat ausprobieren?

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Merksatz:

Abhängigkeit entsteht aus alten Wunden. Heute darf ich lernen:

 "Ich bin wertvoll – mit dir, aber auch ohne dich.“

„Liebe bedeutet Nähe und Freiheit zugleich.“

 

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