Arbeitsblatt: "Ko-Bewusstsein systematisch fördern"

Dieses Arbeitsblatt hilft dabei, Ko-Bewusstsein strukturiert aufzubauen, zu stabilisieren und im Alltag zu verankern.

Hinweis: Nur in stabilen Phasen arbeiten. Bei Überforderung pausieren. Therapie einbeziehen.

1. Ausgangslage bestimmen
1.1 Aktueller Grad von Ko-Bewusstsein (0–5)
0 = komplette Amnesie
1 = vage Hintergrund-Ahnung
2 = passive Beobachter
3 = aktive Mitdenker
4 = Ko-Fronting
5 = Integration
Aktueller Stand: _______

1.2 Typische Situation ohne Ko-Bewusstsein
Was passiert?
Wie fühlt es sich an?
Welche Folgen hat es (Zeitverlust, Konflikte etc.)?

2. Sicherheits-Check (Voraussetzung!)
Bitte ehrlich prüfen:
☐ Keine akute Selbstgefährdung
☐ Selbstverletzungsdruck kontrollierbar
☐ Grundlegende Emotionsregulation vorhanden
☐ Sichere Umgebung
☐ Therapeutische Begleitung (falls möglich)
☐ Beschützer-Anteile sind zumindest neutral
Wenn mehrere Punkte nicht erfüllt sind: → Erst Stabilisierung, dann Ko-Bewusstsein.

3. Phase 1 – Bewusstheit erweitern
Übung: „Wer ist noch da?“
Situation: ____________________________
Frage innerlich:
„Wer ist noch da? Wer hört zu?“
Was wurde wahrgenommen?
☐ Gedanke
☐ Gefühl
☐ Bild
☐ Körperempfindung
☐ nichts (noch)
Notizen:

4. Phase 2 – Passive Beobachter einladen
Einladung formulieren:
„Ich mache jetzt ___________________.
Wenn jemand zuschauen möchte – ihr seid willkommen.
Ihr müsst nichts tun.“

Nach der Situation:
Hat jemand etwas mitbekommen?
Gab es weniger Amnesie?

5. Phase 3 – Aktive Ko-Bewusstheit
Übung: Innerer Rat
Aktuelle Entscheidung: ____________________________
Frage ins System:
„Was denkt ihr?“
Antworten (wenn vorhanden):
Gab es unterschiedliche Perspektiven?
Konnte eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden?

6. Ko-Bewusstes Trösten
Situation (z.B. Angst, Traurigkeit):
Wer war vorne? ______________________
Wer war im Hintergrund? ______________________
Wurde Unterstützung gegeben?
Was wurde innerlich gesagt?
Wie veränderte sich das Gefühl?

7. Ko-Fronting beobachten (fortgeschritten)
Gab es Momente, in denen zwei Anteile gleichzeitig vorne waren?
Situation: ____________________________
Wie fühlte sich das an?
☐ stabil
☐ verwirrend
☐ produktiv
☐ überfordernd
Was war positiv?
Was war schwierig?

8. Amnesie-Check
Gab es in dieser Woche Zeitverluste?
☐ Ja
☐ Nein
☐ Weniger als früher
Wenn ja:
In welchen Situationen?
War mindestens ein Anteil ko-bewusst?

9. Beschützer-Dialog
Gibt es einen Anteil, der Ko-Bewusstsein blockiert?
Name / Bezeichnung: ______________________
Seine Befürchtung:

Antwort an ihn:
„Wir gehen langsam. Du darfst jederzeit Stopp sagen.
Wir wollen Sicherheit – keine Überforderung.“
Reaktion:

10. Ko-Bewusstes Ritual (täglich)
Morgen:
„Guten Morgen an alle.
Heute steht __________________ an.
Wer möchte präsent sein?“
Notizen:
Abend:
„Wer war heute dabei?
Wie war es für euch?“
Notizen:


11. Notfall-Plan bei Überforderung
Warnzeichen für zu viel Ko-Bewusstsein:
☐ Stimmengewirr
☐ Kopfschmerzen
☐ starke emotionale Wellen
☐ Kontrollverlust
☐ Derealisation

Akute Schritte:
☐ Grounding (5-4-3-2-1)
☐ Kaltes Wasser
☐ Bewegung
☐ Moderator bestimmen
☐ Rückzug eines Anteils erlauben
☐ Therapeut kontaktieren

12. Fortschrittsreflexion (alle 4–6 Wochen)
Was hat sich verändert?
☐ weniger Zeitverlust
☐ weichere Übergänge
☐ bessere Entscheidungen
☐ mehr innere Unterstützung
☐ weniger Chaos
Skalenwert jetzt (0–5): _______
Was hat am meisten geholfen?

13. Persönliche Vision
Wenn Ko-Bewusstsein stabil wäre:
Wie sähe ein typischer Tag aus?
Wie würden Konflikte ablaufen?
Wie würde sich der Körper anfühlen?



Ko-Bewusstsein bedeutet nicht, dass Unterschiede verschwinden.
Es bedeutet, dass Unterschiede nebeneinander existieren dürfen.
Nicht: „Ich oder du.“
Sondern: „Wir – gleichzeitig.“
Und dieses „Wir“ darf wachsen.


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