Arbeitsblatt: "Das eigene System sichtbar machen - Einteilung der inneren Anteile"

Arbeitsblatt „Das eigene System sichtbar machen - Einteilung der inneren Anteile“ 

Das eigene System besser verstehen, Funktionen sichtbar machen und die Beziehungen zwischen den Anteilen nachvollziehen. Dieses Arbeitsblatt hilft, Überblick zu gewinnen, ohne etwas verändern oder „integrieren“ zu müssen. Es dient ausschließlich der Beobachtung und Strukturierung.

 
1. Überblick über meine inneren Anteile

Bezeichnung des Anteils:
(Name, Spitzname oder Beschreibung – z. B. „die Kleine“, „der Beschützer“, „der Funktionale“)
Alterseindruck:
(Wie alt wirkt der Anteil? Frühkindlich, jugendlich, erwachsen, alterslos?)
Geschlecht / Stimme / Ausdruck:
(Weiblich, männlich, neutral? Leise, streng, wütend, ängstlich, sachlich …)
Grundemotion:
(Was fühlt dieser Anteil überwiegend – Angst, Scham, Wut, Schuld, Ruhe, Freude, Kontrolle?)
Funktion / Aufgabe:
(Welche Rolle übernimmt dieser Anteil? Beschützen, Distanz schaffen, fühlen, funktionieren, Kontakt halten, vermeiden …)
Typische Auslöser / Trigger:
(Was bringt ihn hervor oder aktiviert ihn? Bestimmte Situationen, Worte, Stimmungen, Körperzustände?)
Verhalten oder Körperreaktion:
(Was ist äußerlich oder innerlich spürbar, wenn dieser Anteil aktiv ist? Bewegungen, Muskelspannung, Tonfall, Haltung, Rückzug, Weinen …)
Gedankenmuster oder Überzeugungen:
(„Ich muss stark sein.“ – „Niemand darf das wissen.“ – „Ich darf keine Fehler machen.“ …)
Beziehung zu anderen Anteilen:
(Mit wem steht dieser Anteil in Kontakt? Wer triggert oder beruhigt ihn? Wen schützt er?)
Was hilft oder beruhigt diesen Anteil:
(Körperliche, sensorische, soziale oder innere Strategien, die Sicherheit vermitteln – z. B. Wärme, leises Licht, Bewegung, innere Ansprache, Abstand.)
Wann ist dieser Anteil hilfreich?
(In welchen Situationen übernimmt er sinnvoll Verantwortung? Was kann er gut?)
Wann braucht er Unterstützung?
(Wann gerät er in Überforderung, Rückzug, Starre oder Konflikt?)
(Tipp: Nicht alle Felder müssen ausgefüllt werden. Manchmal ist nur ein Gefühl oder Körperzustand erkennbar.)


2. Zuordnung nach Grundkategorie
KategorieBeschreibung
ANP – scheinbar normale Anteilealltagsorientiert, kontrolliert, funktional, oft rational
EP – emotionale Anteileenthalten traumatisches Erleben, starke Gefühle, Körpererinnerungen
Beschützeranteilehalten Kontrolle, verhindern Überflutung, wachen über Regeln
Kindanteilefrühe Zustände, Bedürfnis nach Halt, Nähe, Schutz
Kritische oder Täterintrojekteübernehmen abwertende oder bedrohliche Muster
Beobachtende / Helferanteilehaben Überblick, helfen im Innenkontakt oder in der Therapie



3. Beziehung der Anteile untereinander
Anteil AAnteil BBeziehungKommentar / Dynamik
versteht sich gut / misstraut / ignoriert
beschützt / kontrolliert / löst Angst aus
kooperiert / blockiert / braucht Distanz

(Diese Übersicht hilft, typische Wechsel und Konflikte sichtbar zu machen.)


4. Frühzeichen eines Zustandswechsels

BeobachtungMöglicher Hinweis auf aktiv werdenden Anteil
Tonfall oder Schreibstil verändern sichSprachbezogene Anteile oder Kindzustände übernehmen
Körperhaltung verändert sichMotorisch gebundene Erinnerung
Gedanken oder Emotionen „plötzlich anders“Umschalten zwischen ANP und EP
Erinnerungen tauchen auf / Lücken entstehenAktivierung eines EP oder inneren Schutzsystems
Innere Stimmen, Dialoge, ImpulseKommunikation zwischen Anteilen


5. Innere Kommunikation und Sicherheit
SchrittZiel / Reflexionsfrage
1. Wahrnehmen „Wer ist gerade aktiv? Wie fühlt es sich im Körper an?“
2. Benennen                „Ich merke, da ist jemand, der wütend / traurig / ängstlich ist.“
3. RespektierenKein Anteil wird verurteilt. Jeder hatte eine Schutzfunktion.
4. Grenzen setzen„Ich höre dich, aber ich entscheide, was wir jetzt tun.“
5. StabilisierenSensorische Anker, Atmung, Bewegung, kleine äußere Handlung.


6. Ressourcen und Stärken:
Worin ist dieser Anteil hilfreich oder stark?
Wann darf er aktiv sein?


7. Zusammenfassung
  • Jeder Anteil erfüllt eine Aufgabe, die einmal überlebenswichtig war.
  • Das Ziel ist Verständnis und Kooperation, nicht Kontrolle.
  • Beobachtung ohne Bewertung schafft innere Stabilität.
  • Kommunikation beginnt mit Wahrnehmung: „Ich merke, dass du da bist.“
Beitrag