Arbeitsblatt: "Arbeiten mit einem traumatisierten Kindergartenkindanteil"

"Arbeitsblatt: Arbeiten mit einem traumatisierten Kindergartenkindanteil"


1. Erkennen
☐ Ich reagiere kindlich (Angst, Wut, Klammern, Scham, Trotz).
☐ Ich fühle mich wie „klein“, abhängig, hilflos.
☐ Ich habe Angst, dass mich jemand verlässt oder bestraft.
☐ Ich brauche Bestätigung oder Zuwendung übermäßig stark.
→ Das sind Signale eines Kindergartenanteils – nicht Schwäche, sondern alte Bindungsreaktionen.

2. Sofortmaßnahmen
Laut atmen und ausatmen – Wut darf Dampf ablassen.
Etwas Festes halten – Kissen, Tasse, Stofftier.
In den Raum schauen, wo du bist – „Ich bin hier.“
Kurze Bewegung: Arme schütteln, Füße spüren.
Eine klare, warme Stimme hören (deine eigene oder Musik).
Einen Schluck Wasser trinken.
Satz wiederholen: „Ich bin erwachsen. Das war damals.“

3. Vier Säulen – kleine Übungstabellen

A. Co-Regulation
ÜbungWirkung
Blickkontakt, ruhige StimmeSicherheit über Beziehung
Wiederkehrende RitualeVorhersagbarkeit
Sanftes BerührenKörpergrenzen
„Ich bin da“ laut sagenemotionale Präsenz
Kurze, klare AnsagenOrientierung

B. Selbst-Regulation
ÜbungWirkung
Seufzen, Summen, WippenSpannung abbauen
Malen oder KnetenAusdruck ohne Worte
Warmes GetränkBeruhigung über Temperatur
Atmen mit ZählenFokus herstellen
Kissen drückenWut ableiten

C. Orientierung & Struktur
ÜbungWirkung
Tagesplan sichtbarSicherheit im Ablauf
Feste Zeiteninnere Ordnung
SpiegelblickSelbstverankerung
Licht anlassenAngstreduktion
Kurze WiederholungenZeitgefühl stabilisiert sich

D. Nährung & Fürsorge
ÜbungWirkung
Warmes Essenkörperliche Stabilität
KuscheldeckeGeborgenheit
Lieblingslied hörenFreude
Selbstlob („Ich war mutig“)Selbstwertaufbau
Spielzeit erlaubenEntlastung


5. Nachreifung

Wiederholung ist Heilung.
Freundliche Autorität: Ich bleibe ruhig und verlässlich.
Gefühle dürfen kindlich sein, Entscheidungen bleiben erwachsen.
Nähe ist erlaubt, solange du innen die Leitung behältst.

6. Reflexionssatz
„Ich kann die Kleine in mir halten, ohne mich zu verlieren. Sie darf fühlen, ich darf führen."