Arbeitsblatt: "Selbstzweifel an der eigenen Realität bei DIS erkennen und einordnen"

 Arbeitsblatt: "Selbstzweifel an der eigenen Realität bei DIS erkennen und einordnen"


1. Einleitung

Selbstzweifel sind ein häufiges Symptom bei einer Dissoziativen Identitätsstruktur (DIS). Sie sind kein Beweis gegen die Diagnose – sondern zeigen, wie gut dein Schutzsystem funktioniert hat. Dieses Arbeitsblatt hilft dir, die Zweifel zu verstehen und ihnen einen Platz zu geben, ohne dass sie dich blockieren.


2. Typische Selbstzweifel (Ankreuzen oder ergänzen)

☐ „Ich bilde mir meine Anteile nur ein.“
☐ „Ich will vielleicht nur Aufmerksamkeit.“
☐ „Es gibt keine Beweise, also stimmt es nicht.“
☐ „Andere haben Schlimmeres erlebt.“
☐ „Ich bin nicht krank genug.“
☐ ______________________________________


3. Woher kommt dieser Zweifel?

Schreibe zu jedem Zweifel, ob er eher von dir kommt, von einem Anteil oder von alten Botschaften von außen.
Zweifel Ursprung (Ich / Anteil / Außen) Welche Funktion hat er?
„Ich bilde mir das ein.“ Anteil Schutz: nicht alles erinnern müssen
„Andere haben Schlimmeres erlebt.“ Außen Botschaft: „Stell dich nicht so an“


4. Was will der Zweifel schützen?


Oft steckt hinter Zweifeln ein Versuch, dich sicher zu halten. Notiere, wovor der Zweifel dich bewahren möchte.

Beispiel: „Wenn ich denke, dass es nicht wahr ist, muss ich mich nicht mit den Gefühlen von damals beschäftigen.“


5. Realitätsanker – Beweise im Heute

Notiere kleine Hinweise, die dir zeigen: „Meine Erfahrungen sind real, meine Anteile existieren.“
Ich habe unterschiedliche Handschriften im Tagebuch: ____________
Mein Therapeut / meine Therapeutin hat es beobachtet: ____________
Andere Menschen haben Veränderungen bemerkt: ____________
Ich spüre unterschiedliche Gefühle / Körperempfindungen: ____________


6. Dialog mit dem zweifelnden Anteil

Schreibe eine kurze Antwort an den zweifelnden Anteil:
Anteil sagt: „Das stimmt alles nicht.“
Du / dein erwachsenes Ich antwortet: „Ich verstehe, dass du uns schützen willst. Heute dürfen wir trotzdem langsam hinschauen.“
Platz für deinen eigenen Dialog:


7. Stärkende Sätze gegen Selbstzweifel

Wähle 1–2 Sätze, die dir guttun:

„Zweifel sind Teil meiner DIS, nicht mein Fehler.“
„Auch ohne Beweise ist meine innere Realität gültig.“
„Ich darf mir selbst glauben.“
„Mein Erleben zählt.“
Eigener Satz: ___________________________



8. Notfallhilfe – wenn Zweifel übermächtig werden

Realitätsanker nutzen: Datum, Uhrzeit, Ort laut sagen.
Körper spüren: Hände reiben, Wandkontakt, kaltes Wasser.
Anteile beruhigen: „Wir sind im Heute, nicht mehr in Gefahr.“
Jemanden einweihen: Vertrauensperson, Therapeut, Selbsthilfegruppe.


9. Rückblick

Schreibe am Ende des Tages:

Wann hatte ich heute Selbstzweifel?
Was habe ich dagegen getan?
Was hat ein kleines bisschen geholfen?


Beitrag