Briefe an Anteile – eine sanfte Form der Annäherung
Viele Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) spüren: Es gibt Anteile in ihnen, die schwer zu erreichen sind. Manche sprechen nicht, manche zeigen sich nur mit Gefühlen, andere reagieren misstrauisch oder ablehnend. In solchen Situationen kann das Schreiben von Briefen ein einfacher und respektvoller Weg sein, erste Brücken zu bauen.
Warum Briefe hilfreich sind
- Sanfte Annäherung: Schreiben gibt Zeit und Raum, ohne Druck sofort antworten zu müssen.
- Respekt: Ein Brief zeigt: „Du bist wichtig genug, dass ich dir etwas Eigenes schreibe.“
- Klarheit: Gedanken werden geordnet, Botschaften bleiben bestehen.
- Distanz: Schreiben erlaubt, Gefühle erst einmal „außen“ zu betrachten, bevor sie überfluten.
- Verbindlichkeit: Briefe bleiben erhalten und können später wieder gelesen werden.
Wie man Briefe schreiben kann
- Anteile direkt ansprechen: Beispiel: „Liebe Lila, ich weiß, dass du dich oft einsam fühlst. Ich möchte dir zeigen, dass ich dich sehe.“
- Einfach anfangen: Manchmal reichen wenige Worte: „Ich denke an dich.“ – mehr muss es nicht sein.
- Antwort ermöglichen: Manchen Anteilen hilft es, selbst zurückzuschreiben – vielleicht mit einer anderen Schrift, mit Symbolen oder Bildern. /Auch kleine Kritzeleien oder Farben können als Antwort zählen.
- Sicherer Rahmen: Ein eigenes Heft oder Ordner nur für diese Briefe.
- Klare Abmachung: Wer diese Briefe lesen darf - sowohl im Inneren als auch im Äußeren
- Dosierung: Lieber kleine, kurze Briefe, statt lange Romane.
Wichtig: Briefe sollten altersgerecht formuliert werden. Anteile, die noch nicht lesen, aber bereits inhaltlich verstehen, kann man den Brief auch vorlesen.
Es muss auch kein formeller Brief sein. Manchmal reicht auch schon eine kleine Grußkarte, oder eine Sprüchkarte.
Es muss auch kein formeller Brief sein. Manchmal reicht auch schon eine kleine Grußkarte, oder eine Sprüchkarte.
Beispiele für Briefanfänge
„Ich weiß, dass du schon lange wartest, gehört zu werden.“
„Du musst dich nicht mehr alleine fühlen – ich bin jetzt da.“
„Deine Aufgabe war wichtig. Heute darfst du auch ausruhen.“
„Du musst dich nicht mehr alleine fühlen – ich bin jetzt da.“
„Deine Aufgabe war wichtig. Heute darfst du auch ausruhen.“
„Ich möchte dich kennenlernen – kannst du mir ein Zeichen geben?“
Misstrauische Anteile merken: „Da ist jemand, der mich ernst nimmt.“
Schweigsame Anteile finden einen Ausdruck über Symbole oder kurze Zeichen.
Verletzte Anteile erleben Trost und Bestätigung: „Meine Geschichte darf existieren.“
Das ganze System gewinnt an Verbindung und Vertrauen.
Briefe an Anteile sind kein Allheilmittel – aber sie sind ein sanfter, respektvoller Anfang, wenn direkte Kommunikation noch zu schwer ist. Jeder Brief ist ein kleiner Beweis: „Du bist nicht vergessen. Du gehörst dazu.“
Wirkung von Briefen
Misstrauische Anteile merken: „Da ist jemand, der mich ernst nimmt.“
Schweigsame Anteile finden einen Ausdruck über Symbole oder kurze Zeichen.
Verletzte Anteile erleben Trost und Bestätigung: „Meine Geschichte darf existieren.“
Das ganze System gewinnt an Verbindung und Vertrauen.
Briefe an Anteile sind kein Allheilmittel – aber sie sind ein sanfter, respektvoller Anfang, wenn direkte Kommunikation noch zu schwer ist. Jeder Brief ist ein kleiner Beweis: „Du bist nicht vergessen. Du gehörst dazu.“