Arbeitsblatt: "Ein gemeinsamer Ruhetag für alle"

Arbeitsblatt: "Ein gemeinsamer Ruhetag für alle"

1. Einleitung

Manchmal braucht das gesamte innere System eine Pause – ein Tag, an dem niemand funktionieren, leisten oder kämpfen muss. Ein Tag, der bewusst frei gehalten wird, damit alle Anteile zur Ruhe kommen dürfen.
Ein gemeinsamer Ruhetag bedeutet:
  • Jeder Anteil darf einen kleinen Wunsch einbringen.
  • Das erwachsene Ich gestaltet den Rahmen und sorgt für Sicherheit.
  • Der Fokus liegt nicht auf Pflichten, sondern auf Erholung und sanften Ritualen.

2. Vorbereitung

Damit der Tag wirklich entspannend wird, hilft ein kleiner Plan:
Zeit festlegen: Welcher Tag eignet sich? (z. B. Wochenende oder freier Tag).
Umfeld gestalten: Wohnung gemütlich herrichten – Decke, Kissen, ruhige Ecke, Lieblingsduft.
Grundbedürfnisse absichern: Essen, Getränke, Medikamente, warme Kleidung.
Ablenkungen reduzieren: Telefon auf lautlos, keine großen Termine.
Mein Ruhetag findet statt am: ......................................................


3. Wünsche sammeln – Innere Runde

Alle Anteile sollen spüren: Ihre Bedürfnisse zählen.
Eine kleine innere Runde kann so aussehen:
Kindliche Anteile: möchten vielleicht malen, spielen, Süßes essen, eine Geschichte hören.
Jugendliche Anteile: Musik hören, draußen spazieren gehen, schreiben oder chatten.
Erwachsene Anteile: Ordnung schaffen, ruhige Gespräche, Lesen, Natur genießen.
Schutzanteile: klare Strukturen, Sicherheit, Grenzen einhalten.
Notiere die Wünsche:
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4. Gestaltung des Tages

Der Tag darf locker bleiben, doch ein grober Rahmen sorgt für Sicherheit:

Morgens
langsames Aufstehen, bewusst atmen
warmes Getränk, kleines Frühstück
erste Wünsche der Anteile berücksichtigen

Mittags
leichte Aktivität (Spaziergang, Yoga, Malen, Basteln, Lieblingsmusik)
einfache Mahlzeit ohne Druck

Nachmittags
Rückzugszeit für Anteile, die Ruhe brauchen
kleines Ritual für Freude (Film, Spiel, kreatives Projekt)

Abends
ruhiger Abschluss: Kerze, Bad, Tagebuch, Meditation
kurze Reflexion: „Was hat heute gut getan?“


Eigene Planung:
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5. Praktische Ideen für alle

Damit niemand zu kurz kommt, können kleine Module vorbereitet werden:

Für die Sinne: Wärmflasche, Kuscheldecke, Duftöl, Lieblingsmusik.
Für den Körper: Spazieren gehen, sich strecken, leicht bewegen, bewusst ruhen.
Für die Seele: Malen, Tagebuch schreiben, kreatives Tun, Lieblingsfilm.
Für die Gemeinschaft: Miteinander reden (innen oder außen), Spiele, gemeinsames Kochen.
Für Sicherheit: fester Platz im Zimmer, klare Grenzen gegenüber Außenkontakten.

6. Regeln für den Ruhetag

Niemand muss leisten oder funktionieren.
Jede Stimme darf gehört werden, aber keine übernimmt den ganzen Tag.
Ein Anteil reicht auch mit einem kleinen Zeitfenster (10–20 Minuten).
Konflikte dürfen vertagt werden – heute zählt Erholung.

7. Rückblick am Abend
Am Ende des Tages lohnt ein kurzer Rückblick:
Welche Anteile haben sich gesehen gefühlt?
Was war besonders wohltuend?
Gab es etwas, das gestört hat?
Was möchte ich beim nächsten Ruhetag verändern?
Notizen:
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8. Langfristige Wirkung
Regelmäßige Ruhetage können:
  • das Nervensystem stabilisieren
  • die innere Kommunikation erleichtern
  • Stress vorbeugen
  • das Gefühl vermitteln: „Wir sind es wert, dass für uns gesorgt wird.“


Ein gemeinsamer Ruhetag schenkt allen Anteilen die Erfahrung:
Wir dürfen da sein, ohne Leistung – und wir sorgen zusammen für unser Wohl.