Arbeitsblatt: "Anker setzen"

1. Einleitung – Wozu ein Anker?

Ein Anker ist ein bewusst gewähltes Signal, das dir hilft, dich in der Gegenwart zu verankern. Er erinnert dein Nervensystem:
„Ich bin hier. Ich bin heute. Ich bin sicher.“

Für Menschen mit DIS oder Trauma ist das besonders wichtig, weil innere Zustände oft zwischen Damals und Heute schwanken. Ein Anker schafft Stabilität – wie ein Haltepunkt inmitten von innerem Sturm.

 
2. Was kann ein Anker sein?

Ein Anker kann alles sein, was dich zuverlässig in den Moment zurückholt:
  • Körperanker: Hand auf die Brust legen, Wandkontakt, Füße stampfen.
  • Sinnesanker: Duftöl riechen, kaltes Wasser spüren, Musik hören.
  • Gegenstandsanker: Stein, Kette, Armband, Stofftier.
  • Wortanker: „Ich bin heute erwachsen.“ / „Es ist vorbei.“
  • Bildanker: Eine innere Vorstellung (Strand, Licht, Baum).
Schreibe auf: Welche Art von Anker spricht mich am meisten an?

 
3. Schritt-für-Schritt: Einen Anker setzen

Ruhigen Moment finden
Wähle eine Zeit, in der du dich stabil fühlst.

Anker bewusst auswählen
Gegenstand / Wort / Bild / Körperhaltung:

Anker mit Sicherheit verknüpfen
Atme tief ein und aus.
Denke an eine Situation, in der du dich sicher gefühlt hast.
Spüre dieses Gefühl im Körper.
Berühre dabei den Anker (z. B. Stein, Herz, Brust).

Wiederholen und festigen
Wiederhole den Vorgang mehrmals, bis sich der Anker vertraut anfühlt.


4. Anwendung im Alltag

Wann brauche ich einen Anker am meisten?
☐ Bei Flashbacks
☐ Bei Panikattacken
☐ Bei Dissoziation / Nebel
☐ Bei Triggern in Beziehungen
☐ anderes: ______________________________

Wie werde ich mich an meinen Anker erinnern?
Wer im inneren System darf den Anker nutzen?

 
5. Arbeit mit Anteilen

Kind-Anteile: Der Anker kann wie eine Hand sein, die sagt: „Ich halte dich.“
Schutz-Anteile: Der Anker signalisiert: „Heute müssen wir nicht kämpfen.“
Erwachsene Anteile: Der Anker stärkt das Hier und Jetzt: „Ich übernehme.“
Schreibe einen inneren Dialog dazu:


6. Persönliche Anker-Ideen entwickeln

Mein Wort-Anker: ___________________________
Mein Gegenstands-Anker: ____________________
Mein Körper-Anker: _________________________
Mein Bild-Anker: ___________________________


7. Notfallübung – Kurzversion

Wenn die Panik kommt:
Anker berühren / Wort sagen.
3 tiefe Atemzüge.
In den Raum schauen und 5 Dinge benennen.
Erinnern: „Heute bin ich erwachsen. Heute ist es anders.“


8. Reflexion

Wie wirkt mein Anker im Alltag?
Fühlt er sich stabil genug an?
Brauche ich mehrere Anker (für unterschiedliche Anteile / Situationen)?


Ein Anker ist wie ein innerer Haltepunkt.
Er verbindet Vergangenheit und Gegenwart –
und erinnert dich daran, dass du im Heute bleiben darfst.