Arbeitsblatt "Von der Dissoziation zurück ins Bewusstsein"

Dissoziation ist eine Überlebensstrategie: Der Körper schaltet in den „Notaus“, wenn er Überlastung, Angst oder alte Erinnerungen nicht mehr aushält.

Das Problem: Heute passiert es oft in Situationen, in denen keine akute Gefahr besteht.

Dieses Arbeitsblatt hilft dir,

  •  Frühzeichen von Dissoziation besser zu erkennen,
  •  konkrete Schritte ins Hier und Jetzt zu üben,
  •  und langfristig Strategien zu entwickeln, um stabiler präsent zu bleiben.

 

1. Was Dissoziation für mich bedeutet

So erlebe ich Dissoziation:   ____________________________________________

Typische Situationen, in denen es passiert: _________________________________

So fühlt es sich in meinem Körper an: ____________________________________

 

2. Meine Frühwarnzeichen

Dissoziation kündigt sich oft an. 

Typische Signale können sein:

  • verschwommener Blick, Tunnelblick
  • Geräusche wirken fern, wie durch Watte
  • Leere oder Druck im Kopf
  • Schweregefühl im Körper
  • Gedanken reißen ab, Orientierung geht verloren
  • Anteile melden sich oder wechseln plötzlich 

Meine eigenen Warnzeichen:

_____________________________________________________________________

 

3. Realitätsanker – das Heute spüren

Wenn Dissoziation beginnt, helfen Gegenwartsanker.

Beispiele:

  • Name, Alter, Datum laut sagen
  • Umgebung beschreiben (3 Dinge sehen, 3 hören, 3 spüren)
  • Zukunft setzen: „Morgen gehe ich einkaufen / telefoniere mit …“
  • Starke Farben oder Gegenstände fixieren

 Meine Lieblingsanker:

_______________________________________________________________________

 

4. Körperübungen – den Körper zurückholen

  •  
  • Wandkontakt: Rücken oder Hände an die Wand legen, Halt spüren
  • Füße stampfen: bewusst Bodenkontakt herstellen
  • Temperaturwechsel: kaltes Wasser über Hände/Gesicht, Eiswürfel in der Hand
  • Gewicht spüren: Kissen, Decke oder Gegenstand auf die Beine legen
  • Selbstberührung: Hand auf Herz oder Bauch, Wärme fühlen
  • Kauen/Trinken: Bonbon lutschen, Wasser trinken

Diese Übungen helfen mir besonders:

________________________________________________________________________

 

5. Innere Kommunikation

Anteile können Dissoziation auslösen, um Schutz zu bieten.

Hilfreich sind innere Sätze wie:

  • „Danke, dass du uns schützen willst. Heute ist es sicher.“
  • „Ich bin erwachsen und übernehme jetzt.“
  • „Du bist nicht allein – ich sehe dich.“

Sätze, die ich nutzen möchte:

_________________________________________________________________________ 


6. Außenreize nutzen

  • Geruch: Duftöl, Creme, frische Luft am Fenster
  • Hören: Musik, beruhigende Stimmen, Naturgeräusche
  • Sehen: Bild, Kerze, Erinnerungsgegenstand
  • Bewegen: Spazieren gehen, Hände reiben, tanzen

Meine drei stärksten Außenhilfen:

________________________________________________________________________

________________________________________________________________________

________________________________________________________________________


7. Nachsorge – wenn ich wieder “da“ bin

 

Wie habe ich gemerkt, dass ich dissoziiert war?

________________________________________________________________________

Was hat mir geholfen, zurückzukommen?

________________________________________________________________________

Was könnte ich beim nächsten Mal ausprobieren?

 ________________________________________________________________________


8. Langfristige Strategien

 Mehr Sicherheit im Alltag (feste Routinen, vertraute Rituale)

Notfallkoffer griffbereit halten (Anker, Düfte, Fotos, kleine Tools)

Therapie & Austausch nutzen

Frühzeitig kleine Pausen machen, bevor Überlastung kippt

Körperübungen regelmäßig üben (nicht nur im Notfall)

 

Mein persönlicher Plan:

____________________________________________________________________________

 

Merksatz:

Dissoziation war früher Überleben.

Heute darf ich lernen, sanft zurückzukommen –

mit Atem, Körper, Ankern und innerer Begleitung.

Jede Rückkehr ins Bewusstsein ist ein Schritt in Richtung Sicherheit.